
Bei einem Treffen am Rande eines informellen Europäischen Rates in Ayia Napa am 24. April einigten sich die Staats- und Regierungschefs von Zypern, Griechenland, Italien und Malta darauf, ihre Politik zu koordinieren, um einen neuen Zustrom irregulärer Migranten infolge der Instabilität im Nahen Osten zu verhindern. Das Quartett – oft als MED4 bezeichnet – fordert schnellere EU-Finanzierungen für Grenzinfrastruktur, flexiblere Umsiedlungsprogramme und ein härteres Vorgehen gegen Rettungsschiffe unter Scheinfahnen. Italiens Außenminister Antonio Tajani erklärte gegenüber Journalisten, die Gruppe werde beim nächsten Rat für Justiz und Inneres „mit einer Stimme sprechen“ und sich für verbindliche Solidarität einsetzen, wenn die Anlandungen vereinbarte Schwellenwerte überschreiten. Die vier Länder verzeichnen über 60 % der Ankünfte im Mittelmeer, kritisieren jedoch, dass die derzeitige Lastenverteilung weitgehend freiwillig und ineffektiv sei. Wirtschaftsverbände in Mailand und Valletta begrüßten die Initiative und argumentierten, dass unkontrollierte Ankünfte die lokalen Dienste belasten und den Widerstand gegen Fachkräfte-Migrationsprogramme, die Unternehmen benötigen, verstärken. Gleichzeitig warnten sie jedoch, dass zu strenge maritime Vorschriften die Crew-Wechsel in wichtigen Häfen wie Gioia Tauro und Limassol erschweren könnten. Für Teams im Bereich globale Mobilität lautet die Botschaft zweigleisig: Die Grenzkontrollen entlang der zentralen Mittelmeerroute werden voraussichtlich verschärft, doch eine gemeinsame MED4-Position könnte die EU-weite Digitalisierung der Arbeitsvisakanäle beschleunigen – ein langjähriger Wunsch der Arbeitgeber. Die Gruppe beauftragte die Innen- und Migrationsminister, bis Ende Mai einen Aktionsplan mit einem konkreten Zeitplan für bevorstehende politische Änderungen vorzulegen. Beobachter stellen fest, dass die Verhandlungsmacht der MED4 gestiegen ist, seit Deutschland signalisiert hat, vorübergehende Ausnahmen vom neuen EES anzustreben, um Warteschlangen an Flughäfen zu reduzieren, was den südlichen Staaten in den umfassenderen Migrationsgesprächen mehr Einfluss verschafft.
Quelle: Greek City Times
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