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Österreich weist im ersten Quartal 2026 fast 1.900 Personen aus – Abschiebungen übersteigen neue Asylanträge

Apr. 27, 2026
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Österreich weist im ersten Quartal 2026 fast 1.900 Personen aus – Abschiebungen übersteigen neue Asylanträge
Das österreichische Innenministerium hat die Migrationsstatistik für das erste Quartal 2026 veröffentlicht. Demnach wurden zwischen Januar und März 1.882 ausländische Staatsangehörige aus dem Land entfernt. Davon entfielen 1.658 auf formelle Abschiebungen, während 224 im Rahmen der EU-Dublin-Verordnung übertragen wurden. Im gleichen Zeitraum wurden nur etwa 1.100 neue Asylanträge gestellt, was bestätigt, dass die Zahl der Abschiebungen inzwischen die der Neuankömmlinge übersteigt.

Die Daten zeigen deutliche regionale Unterschiede: Staatsangehörige benachbarter EU-Länder wie der Slowakei und Ungarns wurden deutlich häufiger zwangsweise ausgewiesen als freiwillig ausgereist – nur 23 von 322 Ungarn und 30 von 529 Slowaken verließen Österreich auf eigene Initiative. Syrer hingegen entschieden sich überwiegend für eine freiwillige Rückkehr und machten 268 von 279 Ausreisen aus.

Österreich weist im ersten Quartal 2026 fast 1.900 Personen aus – Abschiebungen übersteigen neue Asylanträge


Das Ministerium hat zudem die Verfahren zur Aberkennung des Schutzstatus verschärft. Insgesamt wurden 3.061 Ermittlungen zur Aufhebung des Flüchtlings- oder subsidiären Schutzstatus eingeleitet, in fast 1.100 Fällen wurde der Schutz formal aberkannt – am häufigsten betroffen waren Syrer (502) und Russen (359).

Für Arbeitgeber unterstreichen die Zahlen die anhaltenden Risiken bei der Beschäftigung von Drittstaatsangehörigen oder entsandten EU-Arbeitnehmern. Selbst kurze, projektbezogene Einsätze können Meldepflichten nach dem österreichischen Fremdenbeschäftigungsgesetz auslösen; der Verlust des Aufenthaltsstatus oder Überschreitungen der Aufenthaltsdauer können Bußgelder von bis zu 50.000 Euro pro Arbeitnehmer nach sich ziehen. Multinationale Unternehmen sollten ihre Mobilitätspolitik für Österreich überprüfen, sicherstellen, dass entsandte Mitarbeiter gültige Aufenthaltstitel besitzen, und längere Vorlaufzeiten einplanen, falls Berufungen oder humanitäre Ausnahmen erforderlich werden.

Das Ministerium wird voraussichtlich im Juli die Daten für das zweite Quartal veröffentlichen. Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass die Abschiebungszahlen hoch bleiben, da Wien seine „Rückkehr zuerst“-Strategie fortsetzt.
Quelle: Kurier

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