
Der brasilianische Bundeszoll (Receita Federal) gab am 29. April 2026 bekannt, dass die Zoll-, Agrar- und Migrationskontrollen auf der Tancredo-Neves-Brücke zwischen Foz do Iguaçu (Paraná) und Puerto Iguazú (Misiones) künftig in einer einzigen Einrichtung auf brasilianischer Seite zusammengefasst werden. Die sogenannte Área de Controle Integrado (ACI) wird mit der Eröffnung des neuen Trockenhafens in Foz do Iguaçu im Dezember 2026 in Betrieb gehen. Bisher müssen Lkw-Fahrer zunächst an den argentinischen Kontrollstellen anhalten und anschließend die Formalitäten bei den brasilianischen Behörden erneut durchlaufen. Im ACI-Modell arbeiten Beamte beider Länder Seite an Seite und führen gemeinsame Röntgenkontrollen, phytosanitäre Prüfungen sowie Passstempelungen in einem Schritt durch. Laut Receita konnten an einem Pilotstandort an der Grenze zwischen Santa Catarina und Misiones die Wartezeiten bereits um 40 % reduziert werden. Für Logistikmanager bedeutet die Umstellung konkrete Vorteile: kürzere Warteschlangen, geringere Liegezeiten und ein reduziertes Risiko von Dokumentationsfehlern, die zu hohen Bußgeldern führen können. Multinationale Unternehmen, die Automobilteile, Chemikalien und verderbliche Waren über den Mercosur-Korridor exportieren, sollten bis Oktober mit der Erstellung neuer Standardarbeitsanweisungen beginnen und die Fahrer entsprechend schulen, da dann Trockenübungen starten. Die Ankündigung deutet zudem auf künftige Vorteile für Passagiere hin. Receita bestätigte Gespräche mit Paraguay, um das Modell an der Freundschaftsbrücke zu übernehmen, die 38 % aller brasilianischen Landabreisen abwickelt. Bei Erfolg könnte die Initiative als Vorbild für weitere Mercosur-Grenzübergänge dienen und so den Pendlerverkehr erleichtern sowie schnellere Versetzungen innerhalb des Blocks ermöglichen.
Quelle: H2 Foz