
Die zweijährliche Gebührenanpassung von Immigration, Refugees and Citizenship Canada (IRCC) trat stillschweigend um Mitternacht am 30. April in Kraft, doch erst am 2. Mai wurde die Erhöhung durch Berichte in Community-Medien weithin bekannt. Die Toronto-Ausgabe der Korea Times, die eine der größten Einwanderergemeinschaften des Landes bedient, veröffentlichte die Nachricht auf Englisch und Koreanisch und erläuterte die Erhöhungen, die alle Klassen der Daueraufenthaltsgenehmigung (PR) betreffen – von Express Entry über die Provincial Nominee Programs (PNPs), Familiensponsoring bis hin zu humanitären Programmen. Die Gebühr für das Recht auf Daueraufenthalt stieg auf 600 CAD (vorher 575 CAD), während die Grundbearbeitungsgebühr für Hauptantragsteller der wirtschaftlichen Klasse nun bei 990 CAD liegt. Die Erhöhungen reichen von 15 bis 85 CAD pro Person, können aber für Familien und arbeitgebergesponserte Gruppen eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. So muss eine vierköpfige Familie, die über ein Express Entry-gebundenes PNP-Verfahren einreicht, nun fast 3.200 CAD an Bundesgebühren zahlen, noch ohne Biometrie- oder Provinzgebühren. Auch Mobility-Manager in Unternehmen müssen ihre Umzugsbudgets anpassen, da die höhere Gebühr für das Recht auf Daueraufenthalt auch für begleitende Ehepartner oder Partner gilt. Die Gebührenanpassung von IRCC orientiert sich an der zweijährigen Veränderung des Verbraucherpreisindex; die nächste Erhöhung wird daher voraussichtlich im April 2028 erfolgen, sofern das Parlament den Zyklus nicht verkürzt. Das Ministerium argumentiert, dass die automatische Indexierung sprunghafte, unregelmäßige Erhöhungen vermeidet und die Modernisierung der Verwaltungsprozesse finanziert, darunter die Einführung KI-gestützter Triage-Systeme, die im Frühjahr das Chinook-Tool ablösten. Für Arbeitgeber und Rechtsberater ist die wichtigste Konsequenz operativer Natur: Regierungsformulare, interne Kostenrechner und Mandantenschreiben müssen noch diese Woche aktualisiert werden, um Unterzahlungen und damit unvollständige Anträge zu vermeiden. Antragsteller, die die Gebühren vor dem 30. April bezahlt haben, behalten die alten Preise, doch jede nachträgliche Hinzufügung von Angehörigen oder ein Programmwechsel löst die neue Gebührenordnung aus. Die Änderung dürfte zudem mehr Bewerber zu arbeitgebergestützten Wegen bewegen, bei denen Unternehmen die Regierungsgebühren als Teil des Umzugspakets übernehmen. Langfristig könnten die steigenden Gebühren die Diskussion um Kanadas Wettbewerbsfähigkeit verschärfen. Zwar liegen die Bundesgebühren weiterhin unter denen Australiens, doch übersteigen sie in mehreren Kategorien inzwischen die Anmeldegebühren des US-EB-Programms. Beobachter warnen, dass häufige Indexierungen, kombiniert mit den im April eingeführten höheren Nachweisanforderungen für finanzielle Mittel, Ottawas Strategie zur Anwerbung von Fachkräften in der Mitte ihrer Karriere gefährden könnten, sofern die Provinzen nicht mit ausgleichenden Anreizen reagieren.
Quelle: Canada Korea Times