
Irische Behörden bestätigten, dass im Januar ein von der Regierung gechartertes Flugzeug im Wert von 151.000 Euro 33 EU-Bürger mit insgesamt 1.000 Vorstrafen aus dem Land brachte. Details der Aktion wurden jedoch bis zur Landung des Jets in Vilnius auf dem letzten Flugabschnitt diese Woche geheim gehalten. Unterlagen zum Informationsfreiheitsgesetz, die der Irish Independent einsehen konnte, zeigen, dass das Justizministerium die Mitarbeiter angewiesen hatte, über den Flug „bis zur Bestätigung der erfolgreichen Aussteigung am zweiten Zielort“ Stillschweigen zu bewahren – aufgrund des potenziell heiklen Profils der Passagiere. Die Abgeschobenen – 17 Polen und 16 Litauer im Alter von 20 bis 60 Jahren – hatten Vorstrafen wegen Sexualdelikten, Drogenhandels und organisierter Kriminalität. Zwanzig von ihnen verbüßten Haftstrafen in Irland und wurden im Durchschnitt viereinhalb Monate vorzeitig entlassen, um den Flug antreten zu können; die übrigen wurden in Gemeinden im ganzen Land festgenommen und bis zur Abschiebung in Gewahrsam gehalten. Allen wurden Ausweisungsverbote von ein bis zehn Jahren auferlegt. An der Aktion waren 113 Garda-Beamte, ein medizinisches Team, Dolmetscher sowie ein unabhängiger Menschenrechtsbeobachter beteiligt. Die zweistufige Flugroute ermöglichte es den polnischen Staatsangehörigen, in Warschau auszusteigen, bevor der Jet nach Litauen weiterflog. Justizminister Jim O’Callaghan genehmigte das Kommunikationsverbot und erhielt vorformulierte Antworten für den Fall von Medienanfragen vor der Landung. Die Behörden betonen, dass die Massenabschiebung Irlands Bereitschaft unterstreicht, die „Ultima-Ratio“-Bestimmungen des EU-Freizügigkeitsrechts anzuwenden, wenn die öffentliche Sicherheit gefährdet ist. Arbeitgeber und Umzugsmanager werden darauf hingewiesen, Entsandte daran zu erinnern, dass auch alte Vorstrafen Abschiebebescheide und mehrjährige Wiedereinreiseverbote auslösen können. Das Justizministerium kündigt weitere Charter-Abschiebungen gegen Wiederholungstäter für Ende 2026 im Rahmen einer verschärften Durchsetzungsstrategie an. Für multinationale Unternehmen ist der Fall ein deutliches Signal, wie wichtig gründliche Hintergrundprüfungen bei potenziellen innergemeinschaftlichen Versetzungen sind. Zudem zeigt er globalen Mobility-Teams, dass Irland die Zusammenarbeit mit anderen Mitgliedstaaten bei Informationsaustausch und gemeinsamen Einsätzen gegen risikoreiche mobile EU-Bürger voraussichtlich intensivieren wird.
Quelle: Irish Independent
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