
Die in Dublin ansässige Ryanair hat an die Verkehrsminister aller 29 Länder des Entry/Exit-Systems (EES) geschrieben und fordert eine sofortige Aussetzung des neuen biometrischen Grenzkontrollsystems der EU bis mindestens September 2026. Die Billigfluggesellschaft kritisiert, dass die verpflichtende Erfassung von Fingerabdrücken und Gesichtsbildern – die nun für Drittstaatsangehörige an den Außengrenzen des Schengen-Raums gilt – bereits in der ersten Betriebswoche an mehreren Mittelmeerflughäfen zu Passkontrollschlangen von zwei bis vier Stunden geführt hat. In einer am 30. April veröffentlichten Erklärung warnte Ryanair, dass die bevorstehenden Spitzen an den Maifeiertagen dazu führen werden, dass zahlreiche Passagiere ihre Flüge verpassen, sofern die Regierungen die Einführung nicht aussetzen und den Flughäfen Zeit geben, zusätzliche Kontrollterminals und Personal bereitzustellen. Tourismusverbände an der Algarve in Portugal sowie Hotelverbände in Spanien und Griechenland unterstützten die Forderung der Airline schnell und argumentierten, dass ein Imageschaden die Erholung der Region nach der Pandemie gefährden könnte. Irland gehört zwar nicht zum Schengen-Raum, doch irische Urlauber, die über beliebte Sonnenziele reisen, sind direkt betroffen, da sie als Nicht-EU-Reisende in die EES-Zone einreisen. Die Fluggesellschaft, die jährlich über 50 Millionen Passagiere von und nach Irland befördert, verzeichnet bereits einen Anstieg verpasster Abflüge ab Dublin aufgrund von Verzögerungen an europäischen Drehkreuzen. Für globale Mobilitätsmanager stellt die Störung ein Risiko für zeitkritische Geschäftsreisen in der Sommer-Hauptsaison dar. Unternehmen werden geraten, ihre Mitarbeiter anzuweisen, mindestens vier Stunden vor Abflug an Schengen-Flughäfen einzutreffen, längere Umsteigezeiten in Reisepläne einzubauen und die Ankündigungen der Fluggesellschaften genau zu verfolgen. Sollte die Politik Ryanairs Forderung folgen, könnte eine Aussetzung die Abfertigung auf das Niveau vor Einführung des EES für die Hauptreisezeit zurückbringen, dennoch bleibt eine Notfallplanung unerlässlich.
Quelle: ITV News
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