
In einer Sondersitzung am 14. Mai 2026 hat das polnische Unterhaus mit großer Mehrheit (399 dafür, 12 dagegen, drei Enthaltungen) beschlossen, eine seit März 2025 geltende Maßnahme zu verlängern, die das Recht auf Asylantrag an der Landgrenze zu Belarus aussetzt. Die Verlängerung hält die Einschränkung ab dem 21. Mai für weitere 60 Tage aufrecht und erlaubt der Grenzpolizei, Anträge von irregulären Einreisenden abzulehnen – mit Ausnahme eng definierter „verletzlicher Gruppen“ wie allein reisender Minderjähriger, Schwangerer und Personen mit dringendem medizinischem Bedarf. Regierungsvertreter warnten die Abgeordneten, dass die von Minsk gesteuerte Migration – oft unterstützt von russischen Akteuren – weiterhin eine „reale und ernste Bedrohung“ für die nationale Sicherheit darstelle. Sie verwiesen auf zahlreiche dokumentierte Angriffe auf polnische Soldaten mit Steinen, Ästen und Laserpointer. Kritiker aus linken und zentristischen Parteien entgegneten, die Maßnahme verstoße gegen Artikel 56 Absatz 2 der polnischen Verfassung sowie die Genfer Flüchtlingskonvention von 1951. Sie argumentierten, der Druck aus Belarus rechtfertige keine pauschale Verweigerung des Schutzrechts. Menschenrechtsorganisationen warnen, dass die Regelung faktisch Pushbacks legalisiere und im vergangenen Jahr bereits zu mindestens 475 abgelehnten Anträgen geführt habe – im Vergleich zu über 3.100 Anträgen im gleichen Grenzabschnitt 2024. Für Manager globaler Mobilität bedeutet die Entscheidung eine verstärkte Grenzabsicherung an einem der östlichsten EU-Zugänge, was humanitäre Korridore, Familienzusammenführungen und grenzüberschreitende Geschäftsreisen zwischen Polen und Belarus erschwert. Unternehmen mit Niederlassungen in der Woiwodschaft Podlachien sollten ihre Sicherheitsprotokolle für Reisen überprüfen und mit strengeren Identitätskontrollen für Drittstaaten-Beschäftigte aus dem Osten rechnen. Diplomatisch unterstreicht Warschaus Haltung einen breiteren Trend zur Re-Borderisierung des Schengen-Raums: Deutschland und Österreich halten Kontrollen an den Grenzen zu Polen und Tschechien aufrecht, Norwegen hat maritime Kontrollen bis November verlängert. Multinationale Unternehmen müssen daher mit einer weiteren Fragmentierung der einst passfreien Zone rechnen und mehr Vorlaufzeit für die physische Bewegung von Personal und Waren einplanen.
Quelle: Bankier.pl
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