
In einer am 15. Mai veröffentlichten aktualisierten Leserumfrage stellte die englischsprachige Zeitung *The Connexion* fest, dass Inhaber von französischen Aufenthaltskarten nach dem Brexit – ebenso wie andere Nicht-EU-Bewohner – an französischen Grenzkontrollen mit stark unterschiedlichen Anweisungen konfrontiert sind. Einige Flughäfen, wie Limoges und Toulouse, leiten sie in die (schnellere) EU/EWR-ausgenommene Spur, während andere, darunter Lyon und Charles-de-Gaulle, darauf bestehen, dass sie sich in die Nicht-EU-Schlange einreihen und biometrische Kontrollen durchlaufen, die rechtlich für Bewohner nicht gelten. Die Verwirrung resultiert aus der teilweisen Einführung des EU-Einreise-/Ausreisesystems in Frankreich. Obwohl Bewohner ausgenommen sind, da ihre biometrischen Daten bereits auf ihrem titre de séjour gespeichert sind, müssen Grenzbeamte die Automaten manuell übersteuern oder separate Schalter bedienen – was nicht bei jeder Schicht geschieht. Leser berichteten von Wartezeiten von bis zu zwei Stunden an kleineren Flughäfen, wenn nur ein Nicht-EU-Schalter geöffnet war, was zu verpassten Bussen und Anschlusszügen führte. Am Flughafen Lyon-Saint-Exupéry wurde einem Reisenden gesagt, dass eine Aufenthaltsgenehmigung „kein Ausweis“ sei und daher für die Wahl der Warteschlange nicht gilt. Als Reaktion rät *The Connexion* Bewohnern: 1) die physische Karte stets mitzuführen und proaktiv vorzuzeigen; 2) das Personal höflich um die richtige Spur zu bitten; und 3) großzügige Zeitpuffer einzuplanen, bis sich die Abläufe stabilisieren. Arbeitgeber werden ebenfalls aufgefordert, die Ausnahmeregelung in Einsatzbriefings klarzustellen und zusätzliche Kosten durch Grenzverzögerungen zu erstatten. Das Innenministerium hat seit einem Rundschreiben im März, das die Präfekturen daran erinnerte, Bewohner „vorrangig und ohne EES-Erfassung“ zu behandeln, keine neuen Anweisungen herausgegeben. Gewerkschaften berichten, dass anhaltende Personalengpässe – landesweit werden noch 350 zusätzliche Grenzbeamte benötigt – eine einheitliche Umsetzung erschweren, besonders an Feiertagswochenenden. Für den Moment müssen sich Expats und Geschäftsreisende auf ein Lotteriespiel lokaler Praktiken einstellen, was die Bedeutung von Echtzeitinformationen bei der Planung grenzüberschreitender Reisen unterstreicht.
Quelle: The Connexion
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