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„Hut ab vor dem Flughafen Bergerac“: Gemischte erste Reaktionen, während Frankreich das EU-Ein- und Ausreisesystem einführt

Mai 16, 2026
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„Hut ab vor dem Flughafen Bergerac“: Gemischte erste Reaktionen, während Frankreich das EU-Ein- und Ausreisesystem einführt
Frankreichs lang erwartete Einführung des biometrischen Ein- und Ausreisesystems der EU (EES) hat eine entscheidende Phase erreicht – und Reisende spüren die Veränderungen, ob positiv oder negativ. Am 15. Mai sammelte The Local an Flughäfen und Fährhäfen im ganzen Land Dutzende von Erfahrungsberichten, die ein uneinheitliches Bild zeichnen. In Bergerac in der Dordogne lobten Leser die Grenzbeamten dafür, dass sie eine eigene Spur für EU-Bürger und Einwohner klar ausgeschildert und proaktiv britische Passinhaber gefragt hatten, ob sie eine französische Aufenthaltskarte besitzen, bevor sie sie schnell durchließen. Zu Spitzenzeiten waren drei Schalter geöffnet, und die Warteschlangen blieben kurz. Im Gegensatz dazu posteten Passagiere am Flughafen Bordeaux–Mérignac Fotos von langen Schlangen, die bis in den Duty-Free-Bereich reichten, und beklagten, dass nur zwei manuelle Schalter besetzt waren, während die EES-Kioske ungenutzt blieben.

Dieses gemischte Bild überrascht nicht: Obwohl das System offiziell seit dem 10. April in der gesamten EU in Betrieb ist, hat Frankreich für bestimmte stark frequentierte Übergänge (Eurostar, Eurotunnel, Kanal-Fähren) sowie für regionale Flughäfen mit verzögerter IT-Integration vorübergehende Ausnahmen erhalten. Regierungsvertreter betonen, dass diese Ausnahmen zwischen Juni und August schrittweise wegfallen werden, doch Fluggesellschaften wie easyJet und Ryanair haben bereits längere Zeitfenster auf den Strecken zwischen Großbritannien und Frankreich eingeplant, um mögliche Verzögerungen aufzufangen.

„Hut ab vor dem Flughafen Bergerac“: Gemischte erste Reaktionen, während Frankreich das EU-Ein- und Ausreisesystem einführt


Hinter den Kulissen kämpfen Flughafenbetreiber weiterhin mit praktischen Herausforderungen. Paris-Charles-de-Gaulle, das 2025 24 Millionen Nicht-EU-Passagiere abfertigte, muss vor dem Sommeransturm 172 zusätzliche Kioske installieren und die Warteschlangen neu organisieren. Kleinere regionale Flughäfen stehen vor Personalproblemen: Die biometrische Erfassung dauert 65 bis 90 Sekunden pro Reisendem, im Vergleich zu 15 Sekunden für einen Passstempel, sodass das bisherige Verhältnis von vier Schaltern pro Million Passagiere nicht mehr ausreicht.

Für Vielreisende und multinationale Arbeitgeber sind die Auswirkungen unmittelbar spürbar. Nicht-EU-Einwohner Frankreichs sind von der EES-Registrierung ausgenommen, werden aber aufgrund uneinheitlicher Schulungen manchmal angewiesen, die längere „Drittstaaten“-Spur zu benutzen. Global Mobility Manager raten daher, sowohl den Pass als auch die Aufenthaltskarte mitzuführen und zusätzlich 30 bis 45 Minuten für die Abfertigung einzuplanen, bis sich die Abläufe eingespielt haben. Unternehmen, die grenzüberschreitende Shuttle-Dienste anbieten, passen ihre Abholzeiten an, während Umzugsfirmen auf die Bedeutung der Passgültigkeit hinweisen – Kioske akzeptieren keine Dokumente mit weniger als drei Monaten Restgültigkeit, eine Regel, die zuvor nur sporadisch angewendet wurde.

Mittelfristig sehen die meisten Experten jedoch Vorteile. Sobald sich die anfänglichen Warteschlangen verringern, wird das EES die Berechnung der 90/180-Tage-Regel für visumfreie Besucher automatisieren und Einwohnern die Nutzung spezieller e-Gates ermöglichen. Das System ist zudem Voraussetzung für ETIAS, die 20-Euro-Reisegenehmigung, die nun für November 2026 erwartet wird. Bis dahin bleiben die Berichte der Passagiere vor Ort eine der wenigen verlässlichen Quellen, um zu beurteilen, wo die neuen Regeln funktionieren – und wo noch nachgebessert werden muss.
Quelle: The Local France

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