
Ein neues Zeichen für Pekings Bestreben, den Zustrom ausländischer Besucher zu erhöhen: Die chinesische Botschaft in Moskau bestätigte am 29. Mai, dass Inhaber eines regulären russischen Reisepasses nun bis zu 30 Tage visafrei nach Festlandchina einreisen dürfen – sei es für Geschäftsreisen, Tourismus, Familienbesuche oder Transit. Diese Regelung, die am 15. September 2025 in Kraft trat und bis zum 14. September 2026 gilt, war bereits im vergangenen Jahr grundsätzlich vereinbart worden. Die Mitteilung der Botschaft präzisiert nun die Anspruchsvoraussetzungen, erlaubte Einreisepunkte und erforderliche Dokumente. Reisende müssen einen mindestens sechs Monate gültigen Reisepass sowie ein Rück- oder Weiterreiseticket vorweisen. Beschäftigung, journalistische Tätigkeiten oder andere Aktivitäten, die nicht dem Einreisezweck entsprechen, sind untersagt. Wer die 30-Tage-Frist überschreitet oder seinen Status in China ändert, muss bei den örtlichen Sicherheitsbehörden ein entsprechendes Visum beantragen. Mehrfache Einreisen sind erlaubt, jedoch beginnt bei jedem Aufenthalt die 30-Tage-Frist neu, eine kumulative Zusammenrechnung ist nicht möglich. Für Unternehmen beseitigt diese Maßnahme ein langjähriges administratives Hindernis auf der Verbindung zwischen zwei der weltweit größten Energie- und Rohstoffpartner. Die Zahl russischer Besucher ist bereits stark gestiegen: Die chinesische National Immigration Administration verzeichnete während der diesjährigen Maifeiertage einen Anstieg der russischen Ankünfte um 120 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, maßgeblich getrieben durch den bilateralen Verzicht auf Visa. Fluggesellschaften reagieren mit zusätzlichen Flügen auf den Strecken Moskau–Peking, St. Petersburg–Shanghai und Wladiwostok–Harbin, während Hotelketten in den nordöstlichen Provinzen ein zweistelliges Buchungswachstum von russischen Freizeitgruppen melden. Personal- und Mobilitätsmanager mit russischen Entsandten sollten ihre Mitarbeiter dennoch über die neue digitale Ankunftskarte und die Pflicht zur Unterkunftsregistrierung innerhalb von 24 Stunden informieren – auch bei kurzen Geschäftsreisen. Unternehmen, die Techniker oder Projektmitarbeiter für mehr als 30 Tage entsenden, müssen weiterhin das entsprechende Z-Arbeitsvisum und die Arbeitserlaubnis für Ausländer beantragen. Einwanderungsberater warnen zudem, dass Reisende mit früheren Überziehungen in der Region trotz Visafreiheit mit einer sekundären Kontrolle rechnen müssen. Langfristig wird erwartet, dass der Erfolg des Pilotprojekts mit Russland Einfluss darauf hat, wie und wie schnell China visafreien Zugang für weitere strategische Partner einführt. Offizielle auf jüngsten Handelsmessen deuteten an, dass weitere Mitglieder der Eurasischen Wirtschaftsunion für gegenseitige Ausnahmen im Jahr 2027 geprüft werden, sofern die Compliance-Daten des aktuellen Programms positiv bleiben.
Quelle: AKM News Agency
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