
Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) erlebte in der Nacht eine Sicherheitsalarm, als ein anonymer Anrufer behauptete, Sprengstoffe seien im Terminal 2 versteckt worden. Die Polizei evakuierte die öffentliche Halle kurz nach 21:15 Uhr MESZ am 29. Mai und sperrte die Zufahrtsstraßen, sodass spät ankommende Passagiere bei ungewöhnlich kaltem Wetter draußen warten mussten. Der Flugbetrieb hinter der Sicherheitskontrolle lief weiter, doch ein Ryanair-Abflug verzögerte sich laut Airline um 35 Minuten. Spezialisierte Bombenentschärfungsteams durchsuchten das Gebäude fast fünf Stunden lang, bevor um 2:00 Uhr Entwarnung gegeben wurde. Es wurde keine Bombe gefunden, die Kriminalpolizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“ eingeleitet. Der Vorfall ereignete sich just zu dem Zeitpunkt, als Zehntausende Besucher zu einem ausverkauften Metallica-Konzert anreisten und kurz vor dem morgendlichen Geschäftsreiseverkehr am Montag. Die Flughafenleitung betonte, dass die Evakuierungs- und Geschäftskontinuitätsprotokolle wie vorgesehen funktioniert hätten. Dennoch erneuert der Vorfall die Kritik, dass der Flughafen – bereits bekannt für lange Sicherheitswarteschlangen – immer noch nicht über ausreichend Platz vor der Sicherheitskontrolle verfügt, um großflächige Evakuierungen zu bewältigen, ohne Passagiere ins Freie zu drängen. Reise-Risikoberater empfehlen Unternehmen, ihre Mitarbeiter, die über Berlin reisen, daran zu erinnern, mehr Zeit für ihre Reise einzuplanen und die Echtzeit-Benachrichtigungs-App des Flughafens zu nutzen. Vielflieger weisen darauf hin, dass dies die vierte Bombendrohung am BER seit 2021 ist; keine führte bisher zum Fund einer tatsächlichen Bombe, doch alle sorgten für unterschiedliche Störungen. Für Mobilitäts- und Reisemanager lautet die Lehre: Halten Sie stets aktuelle Kontaktdaten der Passagiere bereit, um kurzfristige Gate-Änderungen oder Verspätungen schnell kommunizieren zu können, und stellen Sie sicher, dass Duty-of-Care-Tracking-Systeme auch kleinere deutsche Flughäfen wie Leipzig/Halle oder Dresden abdecken, falls Reisende auf alternative Flughäfen ausweichen müssen.
Quelle: Berliner Zeitung