
Schwere Gewitter, die am Freitagabend, dem 29. Mai, über Westdeutschland hinwegzogen, hinterließen eine Spur von beschädigten Oberleitungen, umgestürzten Bäumen und überfluteten Gleisbettungen. Die Deutsche Bahn (DB) bestätigte am Samstagmorgen, dass der Fern- und Regionalverkehr im nördlichen Ruhrgebiet und Münsterland weiterhin stark beeinträchtigt ist und die Notfallreparaturen bis in die Nacht vom 30. auf den 31. Mai andauern werden. Intercity-Züge zwischen Köln, Dortmund, Hannover und Leipzig enden vorzeitig, während wichtige ICE-Verbindungen von Aachen nach Berlin und von Frankfurt nach Brüssel teilweise ausfallen. Laut einer dpa-Meldung, die um 10:46 Uhr MESZ am 30. Mai von der Zeit veröffentlicht wurde, sind noch 13 Regional-Express-, 14 Regionalbahn- und vier S-Bahn-Linien betroffen. Reisende werden gebeten, kostenfrei umzubuchen, alternative Routen zu nutzen oder nicht dringende Fahrten zu verschieben. Auch der Güterverkehr spürt die Folgen: DB Cargo meldet, dass mindestens siebzig südwärts fahrende Züge nördlich von Hamm festgehalten werden, bis die Strecke freigegeben ist, was die Spätschichtproduktion in den Automobilwerken in Wolfsburg und Kassel gefährdet. Gewitterbedingte Störungen im Schienenverkehr nehmen in Deutschland zu, da Klimaforscher eine Zunahme hochenergetischer konvektiver Stürme verzeichnen. Der Sommerfahrplan 2026 der Deutschen Bahn sieht bereits Pufferzeiten auf ausgewählten ICE-Strecken vor, doch die Schäden vom Freitag zeigen, dass die Widerstandsfähigkeit der Infrastruktur weiterhin eine Schwachstelle ist. Geschäftsreisende, die am Montag zum Flughafen Düsseldorf oder zu Konferenzen im Ruhrgebiet unterwegs sind, sollten ihre Verbindungen mehrfach prüfen; der Haupt-S-Bahn-Takt Köln–Düsseldorf fuhr am Samstagnachmittag im 20-Minuten-Takt statt wie üblich alle zehn Minuten. Für die Zukunft kündigt die DB an, das Programm „klimafeste Bahn“ zu beschleunigen, das anfällige Eschen- und Pappelbestände entlang der Strecke durch tiefwurzelnde Hainbuchen ersetzt und intelligente Sensoren an der Oberleitung installiert. Bis diese Maßnahmen abgeschlossen sind, wird Unternehmen mit mobilen Belegschaften in Deutschland empfohlen, flexible Reiseregelungen beizubehalten, die kurzfristige Umstiege auf Mietwagen oder virtuelle Meetings bei extremen Wetterlagen ermöglichen.
Quelle: Die Zeit / dpa