
Die österreichische Direktion für Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) hat im Rahmen einer landesweiten, monatelangen Operation gegen islamistische Extremistennetzwerke sechs Personen im Alter von 14 bis 45 Jahren wegen Terrorverdachts festgenommen. Die Razzien, die in einem „Gemeinsamen Aktionstag“ am 27. Mai gipfelten und am 31. Mai öffentlich bestätigt wurden, umfassten zudem 14 Hausdurchsuchungen sowie die Beschlagnahmung von Handys, Laptops, Waffen und IS-Propagandamaterial. Innenminister Gerhard Karner erklärte, dass die Maßnahmen gezielt zum Schutz der Zehntausenden ausländischen Besucher des Eurovision Song Contest-Finales am 1. Juni in der Wiener Stadthalle durchgeführt wurden. Seit Mitte April führten die Behörden 140 verpflichtende Kontrollen und 40 „Gefährderansprachen“ an Verkehrsknotenpunkten, Hotels und Fan-Zonen durch. Für internationale Reisende bedeutet dies vor allem verstärkte Sicherheitskontrollen am Flughafen Wien (VIE) und an wichtigen Bahnhöfen. Passagiere müssen mit längeren Dokumentenkontrollen, stichprobenartigen Gepäckdurchsuchungen und gelegentlichen Straßensperren auf der A4 Flughafenautobahn rechnen. Arbeitgeber sollten ihre Mitarbeiter darauf hinweisen, auch bei Schengen-Inlandsflügen den Reisepass und nicht nur den Personalausweis mitzuführen und für An- und Abreise zum Veranstaltungsort zusätzlich 30 bis 45 Minuten einzuplanen. Logistikunternehmen, die Bühnentechnik nach Österreich bringen, berichten von Zollabfertigungszeiten von bis zu sechs Stunden. Über den ESC hinaus kündigte Karner an, dass Österreich die seit 2022 eingeführte „intensivierte flexible“ Grenzüberwachung beibehalten wird. Er begründete dies mit einem Rückgang illegaler Grenzübertritte um 95 %, was die weiterhin ausgesetzte uneingeschränkte Schengen-Freizügigkeit mit Ungarn und Slowenien rechtfertige. Unternehmen sollten daher bis mindestens Mitte 2026 mit regelmäßigen Passkontrollen auf Straßen- und Bahnverbindungen rechnen.
Quelle: ORF.at