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Brennerkorridor Acht Stunden Gesperrt: Demonstranten Blockieren Alpenroute Zwischen Österreich und Italien

Mai 31, 2026
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Brennerkorridor Acht Stunden Gesperrt: Demonstranten Blockieren Alpenroute Zwischen Österreich und Italien
Österreichs wichtigste Nord-Süd-Verbindung, die Brennerautobahn (A13) und die parallel verlaufende Brennerstraße (B182), kamen am Samstag, den 30. Mai, zum Stillstand, nachdem Klima- und Anti-Transit-Aktivisten eine Menschenkette bildeten und Fahrzeuge auf allen Fahrspuren an der Landesgrenze blockierten. Die Polizei sperrte die Autobahn und die alte Landesstraße zwischen 11:00 und 19:00 Uhr und setzte gut eingeübte Umleitungspläne um: Pkw wurden über den Fernpass, Lkw über die Tauern- und Pyhrn-Korridore geleitet. Über 400 Einsatzkräfte, mobile Verkehrsinformationssysteme und Drohneneinheiten sorgten dafür, dass der Verkehr zu alternativen Übergängen fließen konnte und spontane Blockaden auf Zubringerstraßen verhindert wurden.

Die Organisatoren – das Tiroler Transitforum gemeinsam mit den Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ – bezeichnen die Aktion als „letzte Warnung“ an Wien, Rom und Brüssel, den Schwerverkehr über die Alpen zu reduzieren. Sie weisen darauf hin, dass das Lkw-Aufkommen durch Tirol im ersten Quartal 2026 trotz bestehender Blockslot-Beschränkungen und Nachtfahrverboten um 4,5 % gestiegen ist. Der österreichische Speditionsverband AISÖ hingegen spricht von „wirtschaftlichem Sabotageakt“ und schätzt, dass jede Stunde Sperrung die Lieferketten zwei Millionen Euro an Produktivitätsverlusten und Strafgebühren kostet.

Brennerkorridor Acht Stunden Gesperrt: Demonstranten Blockieren Alpenroute Zwischen Österreich und Italien


Für Urlauber auf dem Weg zur italienischen Adriaküste und Geschäftsreisende zwischen München und Mailand bedeutete die Sperre eine Verlängerung der Fahrzeit um zwei bis drei Stunden. Der Bahnverkehr auf der parallelen Brennerstrecke lief weiter, allerdings verlangten die ÖBB am Innsbrucker Hauptbahnhof die Vorlage von Fahrkarten vor dem Zugang zum Gleis 21, um Überfüllungen zu vermeiden. Spediteure verlagerten zeitkritische Sendungen vorsorglich auf unbegleitete Schienengüterzüge oder wählten Umleitungen über die Schweiz.

Die Behörden betonen, dass die Sperrung ordnungsgemäß angemeldet war und somit unter das österreichische Demonstrationsrecht fällt. Innenminister Gerhard Karner warnte jedoch, dass „wiederholte großflächige Behinderungen eines wichtigen europäischen Korridors nicht zur neuen Normalität werden dürfen“ und kündigte an, dass die Polizei Videomaterial auf Verstöße von gefährlicher Verkehrsbehinderung bis hin zu Sachbeschädigung prüft.

Blickt man voraus, plant die Tiroler Landesregierung im Juni eine „Alpen-Mobilitätsrunde“ mit Südtirol und Bayern, um langjährige Vorschläge für eine grenzüberschreitende Lkw-Maut und eine verpflichtende Schienengüterquote neu zu diskutieren. Unternehmen mit alpenquerenden Lieferketten wird geraten, ihre Routen zumindest während der Hauptsaison flexibel zu halten, da weitere Proteste wahrscheinlich sind.
Quelle: ORF Tirol

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