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Tschechien und 10 weitere Staaten fordern von der EU strengere Touristenvisa für Russen

Juni 4, 2026
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Tschechien und 10 weitere Staaten fordern von der EU strengere Touristenvisa für Russen
Die tschechische Regierung hat sich Schweden, Polen, Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, den Niederlanden, Norwegen und Island angeschlossen und fordert die Europäische Kommission auf, deutlich strengere Bedingungen für die Erteilung von Schengen-Touristenvisa an russische Staatsbürger zu verhängen. In einem gemeinsamen Schreiben vom 3. Juni 2026 argumentieren die elf Länder, dass die uneinheitliche Anwendung der bestehenden EU-Richtlinien die Sanktionen im Zusammenhang mit Moskaus Invasion in der Ukraine untergräbt. Sie weisen darauf hin, dass im Jahr 2025 fast eine halbe Million Schengen-Visa an russische Staatsangehörige vergeben wurden, wobei ein großer Anteil Mehrfacheinreisegenehmigungen umfasst, die uneingeschränkte Freizeitreisen im gesamten Schengen-Raum ermöglichen.

Laut dem tschechischen Außenminister Petr Macinka und Innenminister Lubomír Metnar, die das Schreiben im Namen Prags mitunterzeichnet haben, führt das derzeitige Flickwerk nationaler Regelungen zu „Wettbewerbsverzerrungen“ zwischen Mitgliedstaaten, die auf russische Urlauber angewiesen sind, und solchen, die ihre Grenzen weitgehend geschlossen haben. Die Minister betonen, dass eine einheitliche, restriktive Haltung unerlässlich ist, um den Druck auf den Kreml während des andauernden Kriegs in der Ukraine aufrechtzuerhalten. Zudem warnen sie, dass Bilder von „russischen Touristen, die europäische Strände genießen“, die öffentliche Unterstützung für Kiew schwächen könnten.

Tschechien und 10 weitere Staaten fordern von der EU strengere Touristenvisa für Russen


Die Unterzeichner fordern Brüssel auf, zu prüfen, ob Kurzzeitvisa für nicht-humanitäre Zwecke auf Einreisevisa beschränkt werden sollten, mit strengeren Sicherheitsprüfungen und höheren Nachweisanforderungen für die tatsächliche Reisezweck. Außerdem bitten sie die Kommission, transparente Statistiken zu veröffentlichen, damit die Mitgliedstaaten die Einhaltung der Regeln gegenseitig überwachen können. Solche Maßnahmen würden sogenanntes „Visa-Shopping“ verhindern, bei dem Antragsteller in nachsichtigen Ländern einreichen und sich dann frei im Schengen-Raum bewegen.

Für multinationale Unternehmen könnte der Vorschlag Geschäftsreisen für russische Mitarbeiter und Kunden erschweren, da Einladungen für Firmenbesuche seit der Aussetzung des EU-Russland-Visafazilitätsabkommens 2022 teilweise als Touristenvisa bearbeitet wurden. Mobility-Manager sollten sich auf längere Vorlaufzeiten, zusätzliche Dokumente (wie detaillierte Reisepläne und Nachweise über ausreichende finanzielle Mittel) und eine Verlagerung der Termine zu EU-Vertretungen in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg einstellen. Arbeitgeber mit Niederlassungen in Russland müssen möglicherweise auch verstärkt auf Homeoffice setzen oder stärker auf Drittstaaten-Hubs wie Istanbul oder Belgrad zurückgreifen.

Die Kommission hat sich bislang nicht öffentlich geäußert, doch Migrationskommissar Magnus Brunner erklärte kürzlich, dass interne Grenzkontrollen keine „robuste gemeinsame Außenpolitik“ ersetzen können. Sollte Brüssel der von Tschechien geführten Initiative folgen, könnten neue Visabeschränkungen noch vor der Hauptsaison im Sommer eingeführt werden – was für Reisemanagement-Teams eine weitere Herausforderung darstellt, die bereits mit dem verzögerten EU-Einreise-/Ausreisesystem (EES) und der bevorstehenden ETIAS-Reisegenehmigung zu kämpfen haben.
Quelle: ČeskéNoviny.cz

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