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Tschechische Regierung verabschiedet umfassende „Sicherheitsänderung“ im Migrationsrecht

Juni 4, 2026
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Tschechische Regierung verabschiedet umfassende „Sicherheitsänderung“ im Migrationsrecht
Bei seiner Kabinettssitzung am 3. Juni 2026 hat die tschechische Regierung eine weitreichende „bezpečnostní novela“ (Sicherheitsnovelle) verabschiedet, die die Regeln für Asyl, vorübergehenden Schutz und langfristigen Aufenthalt verschärft. Innenminister Lubomír Metnar erklärte, das Paket ändere sieben verschiedene Gesetze, um Missbrauch einzudämmen, die Strafen für Grenzkriminalität zu verschärfen und die Leistungen für Flüchtlinge einer strengeren Kontrolle zu unterziehen. Der Gesetzentwurf geht nun ins Parlament, wo die Regierungskoalition nur eine knappe Mehrheit hält.

Eine zentrale Neuerung betrifft Inhaber des EU-weiten vorübergehenden Schutzstatus, der rund 340.000 Ukrainern in Tschechien gewährt wurde. Laut Entwurf erlischt der Schutz automatisch, wenn der Begünstigte das Land ohne triftigen Grund länger als 30 Tage verlässt oder wegen einer schweren Straftat verurteilt wird. Das Innenministerium verweist darauf, dass ähnliche „Kontinuitätsklauseln“ in vielen EU-Staaten üblich sind und sogenannten „Leistungstourismus“ verhindern sollen.

Tschechische Regierung verabschiedet umfassende „Sicherheitsänderung“ im Migrationsrecht


Die Novelle erhöht zudem die Anforderungen für den Wechsel vom vorübergehenden Schutz auf die neu eingeführte „besondere langfristige Aufenthaltserlaubnis“. Antragsteller müssen künftig Nachweise über gezahlte Steuern, Krankenversicherungsbeiträge und ein einwandfreies Führungszeugnis vorlegen; zudem erfolgt eine Sicherheitsüberprüfung durch den Geheimdienst. Arbeitgeber, die Mitarbeiter für die Erlaubnis sponsern, müssen mit unangekündigten Kontrollen zur Einhaltung von Lohn- und Arbeitsbedingungen rechnen.

Für Personalabteilungen in der Fertigung und IT – zwei Branchen, die stark auf ukrainische Fachkräfte angewiesen sind – könnten die strengeren Regeln eine Anpassung der Onboarding-Checklisten erfordern, insbesondere für Mitarbeiter, die längere Zeit nach Ukraine oder in andere EU-Länder reisen. Migrationsberater empfehlen, Ausreisestempel genau zu dokumentieren und Arbeitnehmer zu ermutigen, Flug- oder Zugbelege aufzubewahren, die eine zeitnahe Wiedereinreise belegen. Unternehmen sollten zudem mehr Vorlaufzeit für Hintergrundprüfungen einplanen, wenn Mitarbeiter vom Schutz- in den Langzeitstatus wechseln.

Die Regierung sieht das Gesetz als Voraussetzung für die schrittweise Abschaffung des vorübergehenden Schutzes, sobald EU-weite Maßnahmen möglicherweise 2027 auslaufen. Oppositionsparteien kritisieren, dass das Gesetz legitime Flüchtlinge kriminalisiere und neue bürokratische Hürden für NGOs schaffe, die humanitäre Hilfe leisten. Die parlamentarische Debatte wird noch im Juni erwartet, die Koalition strebt eine Inkraftsetzung zum 1. Januar 2027 an.
Quelle: Medialive.cz (via Ministry of the Interior press release)

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