
Die Beantragung eines polizeilichen Führungszeugnisses – lange Zeit Voraussetzung für Arbeitsgenehmigungen und Visaanträge – erfolgte bisher durch Warteschlangen in einer zyprischen Polizeistation. Seit dem 8. Juni ist dieser Vorgang digitalisiert. Die zyprische Polizei stellte diese Woche offiziell das DigiPol-Portal vor und präsentierte das Projekt auf einer Pressekonferenz am 12. Juni. Über das nationale GOV.CY-Portal zugänglich, bündelt DigiPol mehr als 30 Polizeidienste, darunter die Ausstellung von Strafregisterauszügen, Verlustmeldungen von Ausweisen und die Bezahlung von Bußgeldern. Anträge werden elektronisch gestellt, bezahlt und bearbeitet, wobei die Zertifikate mit einem QR-Code zur Authentifizierung versehen sind und von zyprischen Ministerien sowie den meisten ausländischen Konsulaten anerkannt werden. Für Anbieter von globaler Mobilität und Umzugsdiensten ist diese Neuerung ein großer Vorteil. Fernanstellungen können Polizeiliche Führungszeugnisse erhalten, ohne vorher nach Zypern reisen zu müssen, was die Einarbeitungszeit erheblich verkürzt. Arbeitgeber erwarten Einsparungen bei Kurierkosten und ein geringeres Risiko von Dokumentenverlust. Das Portal wird durch die EU-Wiederaufbau- und Resilienzfazilität finanziert und soll in die geplante nationale digitale Geldbörse Zyperns integriert werden, sodass Dokumente künftig direkt auf mobile Geräte zugestellt werden können. Der stellvertretende Polizeichef Panikos Stavrou bezeichnete DigiPol als „eines der wichtigsten Digitalisierungsprojekte im Bereich der öffentlichen Sicherheit“. Als nächster Schritt ist ein elektronisches Terminvergabesystem für Ausländerregistrierungsgespräche geplant – ein weiterer Engpass für Unternehmensentsandte – das bis Dezember 2026 in Betrieb gehen soll.
Quelle: Cyprus Business News