
Ein schwerwiegender technischer Ausfall traf Eurodac – die zentrale EU-Datenbank für Fingerabdrücke und biometrische Daten – nur wenige Stunden nach Inkrafttreten des überarbeiteten Migrationspakts der EU, bestätigten die niederländischen Einwanderungsbehörden. Der Ausfall verlangsamte am Freitag die Registrierung in mehreren Mitgliedstaaten und überschattete das feierliche Ministertreffen in Nikosia. Zyprische Behörden berichteten, dass Ankünfte an den Häfen und Flughäfen der Insel weiterhin manuell überprüft werden, warnten jedoch, dass anhaltende Ausfälle während der Hochsaison zu Rückstaus führen könnten. Nach den neuen Regeln müssen Grenzbehörden die meisten irregulären Ankünfte innerhalb von sieben Tagen in Eurodac registrieren; ohne das System drohen den Beförderern Unsicherheiten bezüglich der Haftung für die Beförderung unzulässiger Passagiere. Sprecher der Kommission spielten den Vorfall als „normale Anlaufschwierigkeiten“ herunter. IT-Anbieter erklärten jedoch gegenüber Global Mobility News, dass wiederholte Ausfälle Vertragsstrafen in Service-Level-Vereinbarungen zwischen Flughäfen und Visa-Dienstleistern auslösen könnten. Geschäftsreisende wurden angewiesen, mobile Mitarbeiter auf mögliche Verzögerungen an Schengen-Grenzübergängen – darunter Larnaka und Paphos – bis zum Wochenende vorzubereiten. Der Vorfall verstärkte zudem die Kritik von NGOs, dass die Mitgliedstaaten nicht ausreichend auf die Umsetzung des Pakts vorbereitet seien – ein Punkt, den bereits der zyprische Migrationsminister angesprochen hatte und der prognostizierte, dass es „mindestens ein Jahr“ dauern werde, bis das System reibungslos läuft.
Quelle: Reuters via StreetInsider