
Nur wenige Stunden nach Inkrafttreten des EU-Migrationspakts gaben Beamte bekannt, dass Eurodac – die überarbeitete Asyl-Fingerabdruckdatenbank der EU – am 12. Juni während eines geplanten Software-Updates einen systemweiten Ausfall erlitt. Die niederländischen Einwanderungsbehörden meldeten den Ausfall zuerst, der anschließend von Teilnehmern des Ministertreffens in Nikosia bestätigt wurde. Der Fehler verhinderte, dass mehrere Mitgliedstaaten biometrische Daten, die im Rahmen des neuen siebentägigen Grenzscreenings erhoben wurden, hochladen konnten. Die Grenzbeamten mussten daher vorübergehend auf lokale Speicherung zurückgreifen, bis das zentrale System wieder funktionierte. Ein EU-Sprecher relativierte die Störung als „Anlaufschwierigkeiten am ersten Tag“ und erklärte, die Verbindungen würden schrittweise wiederhergestellt. Da Eurodac das gesamte Migrationspaket stützt – indem es Fingerabdrücke mit Asylanträgen verknüpft und Überstellungen nach den Dublin-Regeln auslöst – zeigt der Vorfall eindrücklich die technologischen Risiken, die fein abgestimmte Mobilitätspläne gefährden können. Fluggesellschaften, die nach Zypern flogen, meldeten keine Verspätungen, doch Grenzbeamte mussten bei einigen Reisenden manuelle Quittungen ausstellen, was die Bearbeitungszeiten verlängerte. Mobilitätsberater empfehlen Unternehmen, die in den kommenden Wochen Nicht-EU-Mitarbeiter entsenden, zusätzliche Zeit für Ankunftsformalitäten einzuplanen und doppelte Kopien der Reisedokumente bereitzuhalten, falls die Systeme erneut ausfallen. Langfristig stärkt der Vorfall die Forderungen nach unabhängigen Notfallwiederherstellungszentren und besser finanzierter IT-Infrastruktur auf EU-Ebene.
Quelle: Reuters via Street Insider