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EU-Migrations- und Asylpakt tritt in Kraft – umfassende operative Änderungen an Finnlands Grenzen beginnen heute

Juni 13, 2026
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EU-Migrations- und Asylpakt tritt in Kraft – umfassende operative Änderungen an Finnlands Grenzen beginnen heute
Finnland erwachte am 12. Juni 2026 mit einem grundlegend veränderten Migrationsregime. Um Mitternacht trat der lang verhandelte Pakt der Europäischen Union zu Migration und Asyl in Kraft, der den finnischen Grenzschutz, der Polizei und dem Migrationsdienst (Migri) ein deutlich schärferes – aber auch klarer definiertes – Instrumentarium an die Hand gibt, um zu entscheiden, wer ins Land einreisen und bleiben darf. Die sichtbarste Neuerung für Reisende und Arbeitgeber, die Personal über die äußere Schengen-Grenze Finnlands verlegen, ist das neue verpflichtende „Screening-Verfahren“. Alle Drittstaatsangehörigen ohne gültige EU-Aufenthaltserlaubnis werden künftig vor der Asylantragstellung mit Fingerabdruck, Foto sowie schnellen Sicherheits-, Gesundheits- und Vulnerabilitätschecks erfasst. Anträge, die als „offensichtlich unbegründet“ eingestuft werden, können nun direkt an der Grenze innerhalb von 12 Wochen abgelehnt werden – eine drastische Verkürzung der bisherigen Bearbeitungszeit, die oft über ein Jahr betrug. Für finnische Unternehmen, die Talente aus Russland, den baltischen Staaten oder Asien über den Flughafen Helsinki bewegen, bedeuten die neuen Regeln engere Zeitpläne, aber auch mehr Planbarkeit. Die Grenzbeamten stellen eine offizielle Bestätigung aus, dass das Screening abgeschlossen ist; ohne diesen Nachweis kann ein Mitarbeiter kein Online-Asylprofil im Migri-eService „Enter Finland“ anlegen. Arbeitgeber, die innerbetriebliche Versetzungen begleiten, müssen sicherstellen, dass auch mitreisende Familienangehörige die Bestätigung erhalten, um eine kurzfristige Ablehnung am Schengen-Schalter zu vermeiden. Innenministerin Mari Rantanen erklärte, die Reform „schließe Schlupflöcher, die von Schleusernetzwerken ausgenutzt werden, und bringe Finnland in der Rückkehrpolitik auf eine Linie mit den nordischen Nachbarn“. Sie bestätigte Gespräche mit Schweden und Dänemark über ein gemeinsames „Rückkehrzentrum“ in einem Drittstaat, in dem Personen, die das Screening nicht bestehen, vor der Abschiebung festgehalten werden könnten – ein Standort steht jedoch noch nicht fest. Menschenrechtsorganisationen äußern Bedenken, dass die beschleunigten Verfahren zu wenig Zeit für rechtliche Beratung lassen. Die Regierung entgegnet, dass jeder Antragsteller ein kostenloses Informationsblatt in seiner Sprache erhalte und innerhalb von 48 Stunden Zugang zu Pflichtverteidigern habe. Migri hat mit EU-Mitteln 90 zusätzliche Sachbearbeiter eingestellt, um die strengen Fristen einzuhalten. Unternehmen mit mobilen Belegschaften wird empfohlen, ihre Reisebestimmungen zu überprüfen und zusätzliche Zeit für Mitarbeiter einzuplanen, die unter die neuen Screening-Regeln fallen könnten – insbesondere bei Flügen aus Risikotransithubs wie Istanbul oder Belgrad.
Quelle: Yle News

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