
Echtzeitdaten der Mobilitätsplattform Nakordoni, veröffentlicht am 13. Juni um 15:00 Uhr, zeigen Wartezeiten von bis zu 5 Stunden und 35 Minuten (+34 % über dem Normalwert) für Pkw am Grenzübergang Krakowiec–Korczowa von der Ukraine nach Polen. Das System verzeichnete eine aktuelle Warteschlange von 55 Fahrzeugen und prognostiziert, dass sich die Staus zwischen 16:00 und 19:00 Uhr Kiewer Zeit auf bis zu 559 Minuten verschärfen werden. Im Gegensatz dazu verlief die Busspur Rawa Ruska–Hrebenne mit nur 15 Minuten Verzögerung ungewöhnlich flüssig, was verdeutlicht, wie stark sich die Verkehrssituation an benachbarten Grenzübergängen unterscheiden kann. Transportunternehmen werden geraten, Busse nach Möglichkeit über Hrebenne umzuleiten und Passagiere zu ermutigen, die Hauptverkehrszeit von 12:00 bis 16:00 Uhr am Grenzübergang Krakowiec zu meiden. Der Anstieg fällt mit dem langen Pfingstwochenende in der Ukraine sowie dem innerpolnischen Sommerreiseverkehr zusammen – Faktoren, die üblicherweise Freizeitverkehr und Pendelverkehre saisonaler Arbeitskräfte verstärken. Logistikfirmen, die Just-in-Time-Teile von Industrieparks in Lwiw zu Fabriken in Rzeszów transportieren, sollten zusätzliche Pufferzeiten einplanen oder die Route über die Fahrzeugspur Medyka wählen, deren Wartezeiten laut Grenzschutzprognosen bis zum Abend unter zwei Stunden bleiben. Die von Nakordoni mittels maschinellem Lernen erstellte Prognose empfiehlt, die Grenze zwischen 23:00 und 06:00 Uhr zu passieren, wenn die Wartezeiten voraussichtlich unter 90 Minuten liegen. Verkehrsverbände rufen Fahrer dazu auf, Waren vorab im im letzten Monat eingeführten „e-Queue“-System zu registrieren, um die Dokumentenprüfung an den polnischen Zollstellen zu beschleunigen. Langfristig plant das Programm „Polnisch-Ukrainische Solidaritätswege“ den Ausbau der Autobahnzufahrt Korczowa und die Einrichtung einer zusätzlichen biometrischen Kontrollstelle für das kommende Ein- und Ausreisesystem, doch die Modernisierung wird frühestens Ende 2027 abgeschlossen sein. Bis dahin bleibt die dynamische Überwachung der Warteschlangen für Reiseveranstalter und grenzüberschreitende KMU unverzichtbar.
Quelle: Nakordoni.eu