
Das US-Außenministerium hat „hunderte“ B-1/B-2 Besuchervisa widerrufen, die mit organisierten Netzwerken für „Geburtstourismus“ in Verbindung stehen. Diese Netzwerke beraten schwangere Frauen, damit sie ihre Babys in den USA zur Welt bringen und ihre Kinder dadurch die US-Staatsbürgerschaft erhalten. In einer Mitteilung vom 12. Juni auf X (ehemals Twitter) erklärten Beamte, dass Konsularteams in Westafrika, Nordafrika und Osteuropa gefälschte Dokumente und von Vermittlern gesteuerte Machenschaften aufgedeckt haben, die bis ins Jahr 2024 zurückreichen. Nach US-Recht verstößt die Einreise mit dem Hauptzweck der Geburt eines Kindes gegen die Bestimmungen für Besuchervisa, doch die Durchsetzung war bisher unregelmäßig. Die jüngste Maßnahme signalisiert eine härtere Gangart: Botschaften nutzten Datenanalysen, um ungewöhnliche Reiseverläufe zu identifizieren, und verglichen Krankenhausdaten mit Visa-Ausstellungsinformationen. Die Ermittlungen führten dazu, dass mindestens sechs Unternehmen gemäß INA §212(a)(6)(C) wegen wesentlicher Falschangaben gesperrt wurden. Für legitime Geschäftsreisende und Touristen könnte die Verschärfung strengere Kontrollen von medizinischen Unterlagen bei Schwangerschaften und intensivere Befragungen bei Visa-Interviews bedeuten. Fluggesellschaften, die sichtbar schwangere Passagiere befördern, könnten zudem mit Bußgeldern rechnen, wenn Reisende bei der Ankunft als unzulässig eingestuft werden. Rechtsexperten raten Unternehmen, die Kurzzeitreisen für Ehepartner von Mitarbeitern sponsern, darauf zu achten, dass die Reisedokumente klar geschäftliche oder touristische Zwecke ohne Bezug zur Geburt nachweisen. Außerdem warnen sie, dass Konsularbeamte nun weitergehende Befugnisse haben, Visa nachträglich zu widerrufen, wenn sich nach der Ausstellung Hinweise auf Geburtstourismus ergeben. Obwohl die Zahl der betroffenen Visa im Vergleich zu den insgesamt ausgestellten B-Visa gering ist, steht die Maßnahme im Einklang mit den umfassenderen Bemühungen der Regierung, die Einhaltung der Vorschriften für Nicht-Einwanderungsvisa vor dem Ansturm zur Fußball-WM 2026 zu verschärfen.
Quelle: Hindustan Times
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