
Aktuelle Monatsdaten von Statistics Finland zeigen, dass im Mai 2026 insgesamt 1.752.779 Menschen über die Flughäfen des Landes gereist sind – ein Anstieg von 11 % im Vergleich zum Vorjahresmonat und nur noch 9 % unter dem Vor-Pandemie-Niveau von 2019. Helsinki-Vantaa wickelte davon 1,55 Millionen Passagiere ab, während regionale Drehkreuze wie Oulu, Rovaniemi und Turku zusammen etwas mehr als 200.000 Passagiere verzeichneten. Die Erholung wird vor allem durch eine Zunahme von Freizeitreisen innerhalb der EU getragen, aber auch der Geschäftsverkehr nimmt langsam zu. Laut der Stichprobenerhebung der Statistikbehörde bei Fluggesellschaften entfielen im Mai 22 % der verkauften Tickets auf Firmenbuchungen, verglichen mit 18 % im Vorjahr. Die Frachtmengen bleiben hingegen gedämpft und sind im Jahresvergleich um 4 % gesunken, da sich die Lieferketten zunehmend auf Landwege über die baltischen Staaten und Schweden verlagern. Die Passagierzahlen sind für Finnland besonders wichtig, da internationale Flugverbindungen die exportorientierte Wirtschaft des Landes stützen und eine hochmobile Tech-Arbeitskraft ermöglichen. Das Hub-Modell Helsinkis, das auf schnellen Mindestumsteigezeiten von 35 Minuten basiert, ist auf einen konstant hohen Durchsatz angewiesen, um die Stückkosten – und damit die Flugpreise – wettbewerbsfähig zu halten. Für Arbeitgeber liefern die Zahlen klare Hinweise darauf, dass die Sitzplatzverfügbarkeit insbesondere auf nordischen und mitteleuropäischen Strecken mit hoher Projektarbeitsnachfrage knapper wird. Reiseverantwortliche sollten ihre Frühbuchungsrichtlinien überdenken und in der zweiten Jahreshälfte eine Blockplatzvereinbarung mit bevorzugten Airlines für wichtige Reisen in Betracht ziehen. Die Behörde wird die Daten für Juni am 22. Juli veröffentlichen. Wenn sich die aktuellen Trends fortsetzen, könnte Finnland erstmals seit 2019 die Marke von 20 Millionen Passagieren pro Jahr überschreiten – mit deutlichen Folgen für die Flughafen-Kapazitätsplanung und Slot-Vergabe in der Wintersaison 2026/27.
Quelle: Statistics Finland