
Ein Charterflug mit aus den USA abgeschobenen Brasilianern landete am Abend des 18. Juni am Flughafen Belo Horizonte/Confins, wo die Bundesbehörden das „Aqui é Brasil“-Protokoll für eine würdige Aufnahme umsetzten. Das Programm, koordiniert vom Ministerium für Menschenrechte und Staatsbürgerschaft (MDHC) in Zusammenarbeit mit den Ministerien für Außenpolitik, soziale Entwicklung, Gesundheit und Justiz, bietet sofortige Unterbringung, Verpflegung, medizinische Untersuchungen und psychosoziale Unterstützung. Die USA führen regelmäßig Abschiebungen von Migranten durch, deren rechtliche Einsprüche ausgeschöpft sind. Im Rahmen bilateraler Abkommen wird die brasilianische Regierung im Voraus informiert und richtet eine interdisziplinäre Einsatzgruppe ein, zu der die Bundespolizei, die Internationale Organisation für Migration (IOM) und staatliche Sozialhilfeteams gehören. Nach der Bearbeitung erhalten die Rückkehrer Reisekostenzuschüsse, um in ihre Heimatorte zu gelangen, und können längerfristige Wiedereingliederungsangebote wie Arbeitsvermittlung und Dokumentenerneuerung in Anspruch nehmen. Vertreter des MDHC betonten, dass die Zahl der Passagiere am 18. Juni niedriger war als während des Höhepunkts 2023, was auf geänderte US-Parole-Regelungen zurückzuführen sei, aber die individuelle Betreuung weiterhin unerlässlich bleibe. NGOs begrüßten die Fortführung des Programms und verwiesen auf frühere Fälle, in denen besonders schutzbedürftige Personen über Nacht ohne Unterstützung in Flughafenterminals zurückgelassen wurden. Für Fachleute aus den Bereichen Mobilität und Krisenmanagement unterstreicht der Fall die Notwendigkeit klarer Rückführungsprotokolle – sei es bei Abschiebungen, Evakuierungen oder medizinischen Rückführungen. Unternehmen mit brasilianischen Mitarbeitern in den USA sollten die Einhaltung der Einwanderungsbestimmungen überprüfen und mögliche Statusänderungen im Zuge der sich wandelnden US-Durchsetzungspolitik beobachten. Die nächste Aufnahmeaktion ist bereits für Ende Juli geplant. Das MDHC hat eine spezielle Hotline (+55 61 99168-9789) eingerichtet, über die Familien Informationen zu Angehörigen auf Abschiebeflügen erhalten können.
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