
In den frühen Morgenstunden des 18. Juni führte die Bundespolizei 18 Durchsuchungsbeschlüsse in Brasília, São Paulo und Bahia im Rahmen der neunten Phase der Operation Compliance Zero durch – einer umfassenden Untersuchung mutmaßlicher Korruption und Geldwäsche, an der eine ranghohe Person des öffentlichen Sektors beteiligt sein soll. Über finanzielle Beweismittel hinaus genehmigte der Oberste Bundesgerichtshof vorsorgliche Maßnahmen, darunter die Aussetzung der Reisepässe der Hauptverdächtigen und ein Ausreiseverbot aus Brasilien. Obwohl gezielt, zeigt dieser Schritt einen wachsenden Trend: Brasilianische Richter setzen zunehmend auf die Beschlagnahme von Pässen als präventives Mittel, orientiert an den OECD-Richtlinien zum Risiko von Vermögensflucht. Für Mobilitätsmanager, die Auslandsreisen zu Konferenzen oder Schulungen für Führungskräfte planen, sind kurzfristige Reiseverbote im Zusammenhang mit Strafverfahren zu einer realistischen Eventualität geworden. Reiseversicherer weisen darauf hin, dass herkömmliche „Stornierung aus beliebigem Grund“-Policen selten gerichtliche Reisebeschränkungen abdecken. Unternehmen wird daher empfohlen, rechtliche Freigabeklauseln in die Genehmigungsprozesse für VIP-Reisen zu integrieren. Die Bundespolizei kündigt an, dass weitere Maßnahmen wie Vermögenssperren über Interpol-Benachrichtigungen folgen könnten, was auch firmeneigene Immobilien im Ausland betreffen würde. Firmen sollten Compliance-Prüfungen bei Partnern durchführen, die in der Untersuchung genannt werden, um Sekundärsanktionen zu vermeiden.
Quelle: Polícia Federal
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