
Die Plenarsitzung des Europäischen Parlaments am 18. Juni, unter dem Vorsitz Zyperns im rotierenden EU-Ratsvorsitz, eskalierte in Streit, als rechtsextreme Abgeordnete ein hartes Abschiebegesetz mit Sprechchören wie „Schickt sie zurück“ feierten. Mitte-links-Abgeordnete reagierten mit Rufen wie „Schämt euch“, was die tiefen ideologischen Gräben in der Migrationspolitik verdeutlichte. Das verabschiedete Paket erlaubt Offshore-Haftzentren und bis zu zweijährige Inhaftierungen für abgelehnte Asylbewerber – Maßnahmen, die Menschenrechtsorganisationen als Verstoß gegen internationale Normen kritisieren. Die formelle Zustimmung des Rates, die vor dem Ende der zyprischen Präsidentschaft im Juli erwartet wird, würde die Regeln bis 2027 verbindlich machen. Zypern steht nun zwischen sicherheitsorientierten Hauptstädten und Staaten, die stärkere Schutzmaßnahmen fordern, als Vermittler. Ein Scheitern bei der Kompromissfindung könnte die dringend benötigten IT-System-Updates (Eurodac 2.0) verzögern, die neue Asylprüfungsfristen ermöglichen – Änderungen, die Personalabteilungen genau beobachten, da sie Arbeitsgenehmigungen und Familienzusammenführungsrechte beeinflussen. Beobachter warnen, dass die parlamentarischen Inszenierungen die ansonsten pragmatische Führung Zyperns in Migrationsfragen überschatten könnten. Dennoch zeigt der Vorfall, wie politisch aufgeladen die Mobilitätspolitik geworden ist – und warum Unternehmen die weiteren Beratungen im Rat genau verfolgen sollten.
Quelle: The Guardian