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EU-Parlament verabschiedet Rückführungsverordnung – Schnellere Abschiebungen in Sicht, Zypern vor neuen Verpflichtungen

Juni 18, 2026
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EU-Parlament verabschiedet Rückführungsverordnung – Schnellere Abschiebungen in Sicht, Zypern vor neuen Verpflichtungen
Das Europäische Parlament hat am 17. Juni 2026 die lang umstrittene Rückführungsverordnung verabschiedet, das letzte fehlende Puzzlestück im Migrations- und Asylpakt der EU. Mit 418 zu 218 Stimmen angenommen, schreibt das Gesetz die europäischen Regeln zur Abschiebung von Personen ohne rechtlichen Aufenthaltsanspruch grundlegend neu und erlaubt den Mitgliedstaaten, sogenannte „Rückführungszentren“ in Drittstaaten einzurichten. Für Zypern, das derzeit den Vorsitz im Rat der EU innehat, ist die Abstimmung sowohl ein diplomatischer Erfolg als auch eine operative Herausforderung. Nicosia hatte sich lange für schnellere und effektivere Rückführungsverfahren eingesetzt, um den Druck auf die überfüllten Aufnahmezentren zu verringern. Nach den neuen Regeln können zyprische Behörden irreguläre Migranten bis zu zwei Jahre in Haft nehmen, wenn diese nicht mit Abschiebebescheiden kooperieren, und EU-Mittel beantragen, um Offshore-Rückführungszentren mitzufinanzieren oder zu errichten. Regierungskreise berichten, dass bereits erste Gespräche mit zwei nordafrikanischen Staaten über Transit-Einrichtungen laufen, die Staatsangehörige aufnehmen sollen, die nicht direkt in ihr Herkunftsland zurückgeschickt werden können. Menschenrechtsorganisationen warnen vor der Gefahr, dass diese Zentren zu rechtlichen „Schwarzen Löchern“ werden könnten, und verweisen auf Zyperns eigene Erfahrungen mit langwierigen Haftfällen, die vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte kritisiert wurden. Das zyprische Migrationsministerium betont jedoch, dass Schutzmechanismen vorgesehen sind: Familien werden getrennt untergebracht, unbegleitete Minderjährige sind ausgenommen, und die gerichtliche Kontrolle bleibt gewährleistet. Dennoch hat der Ombudsmann den Menschenrechtsausschuss des Parlaments gebeten, die Umsetzung der Verordnung nach ihrem Inkrafttreten noch in diesem Jahr genau zu prüfen. Für multinationale Arbeitgeber bedeutet die neue Regelung zunächst vor allem mehr Bürokratie. Mitarbeiter mit vorübergehenden Einsätzen, die ihre Schengen- oder zyprischen Aufenthaltsgenehmigungen überschreiten, müssen mit schnelleren Abschiebungsverfahren rechnen, und Unternehmen, die illegale Aufenthalte erleichtern, drohen Bußgelder von bis zu 100.000 Euro pro betroffener Person. Mobilitätsmanager werden daher dringend geraten, die Enddaten von Einsätzen genau zu überprüfen und digitale Kopien aller relevanten Unterlagen aufzubewahren. Positiv bewertet man, dass die Verordnung Schleuser abschrecken und plötzliche Migrationswellen eindämmen soll, die in den vergangenen zwei Sommern die lokalen Dienste rund um den Hafen von Larnaka stark belastet haben. Insgesamt stärkt die Abstimmung Zyperns Position, während es den weiteren Verlauf des Migrationspakts im Rat bis zum Ende seiner Präsidentschaft am 30. Juni begleitet. Mit dem Abschluss der Rückführungsfrage richtet sich der Fokus nun auf die operativen Leitlinien, die festlegen werden, wie die Erstaufnahmeländer wie Zypern, Griechenland, Italien und Malta Verantwortung und EU-Finanzierung bei künftigen Migrationsbewegungen teilen.
Quelle: Euronews / The Sun Malaysia

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