
Das Innenministerium bestätigte am späten Sonntag, dass der Konsum von Alkohol in öffentlichen Bereichen vorübergehend in allen Departements mit „roter Alarmstufe“ wegen der Hitzewarnung verboten ist – eine Maßnahme, die mit dem in Frankreich äußerst beliebten Fête de la Musique am 21. und 22. Juni zusammenfällt. Präfekten können zudem die Besucherzahlen begrenzen oder Konzerte in Innenräume verlegen, wenn die Temperaturen nach Sonnenuntergang 40 °C überschreiten. Für Touristen und Geschäftsreisende bedeutet das Verbot, dass Straßenterrassen und temporäre Bars an den Flussufern in Paris, Lyon und Bordeaux nach 17:00 Uhr keinen Alkohol ausschenken dürfen. Zuwiderhandlungen werden mit einer sofortigen Geldstrafe von 135 Euro geahndet. Hotelconcierges raten Gästen, Feiern auf klimatisierte Räume zu beschränken. Veranstalter reagierten schnell: Das Louvre sagte sein kostenloses Konzert an der Pyramide ab, während das Technologieunternehmen Capgemini seine jährliche Sommer-Netzwerkveranstaltung ins Online-Format verlegte. Duty-Free-Händler am Charles-de-Gaulle-Flughafen erinnern Passagiere daran, dass versiegelte alkoholische Getränke, die im Sicherheitsbereich gekauft wurden, bei Ankunft in den Rotalarmzonen nicht geöffnet werden dürfen. Diese Regelung verdeutlicht, wie Klimaextreme zunehmend direkt in Vorschriften zur öffentlichen Ordnung und Mobilität einfließen. Rechtsexperten weisen darauf hin, dass ähnliche hitzebedingte Gesundheitsverordnungen bei Großveranstaltungen wie den Trainingslagern der Rugby-Weltmeisterschaft 2027 zur Routine werden könnten.
Quelle: eNCA / AFP