
Am Montag um 16:00 Uhr hat Météo-France die maximale „rote“ Hitzewarnstufe auf 54 der 96 französischen Festlandsdepartements ausgeweitet – ein beispielloses Ausmaß für den Juni. In Le Mans wurden bereits 39,8 °C gemessen, nachts lagen die Temperaturen in Teilen der Île-de-France über 25 °C. Das Innenministerium für Zivilschutz berief im Matignon eine Krisenzelle ein, um Maßnahmen im Bereich Verkehr, Gesundheit und Arbeitsrecht zu koordinieren. Flughäfen aktivierten ihre Extremtemperatur-Protokolle: Orly stellte zwischen 14:00 und 18:00 Uhr die Gepäckabfertigung auf dem Vorfeld ein, während Lyon-Saint-Exupéry eine NOTAM herausgab, die Fluggesellschaften darauf hinweist, dass die Asphalt-Temperaturen auf der Startbahn die Herstellergrenzen für bestimmte Regionaljets überschreiten könnten. Air France bietet bis zum 26. Juni kostenlose Umbuchungen für Inlands- und Kurzstreckenflüge in Europa an. Geschäftsreisestellen raten dazu, Meetings online abzuhalten und die Klimaanlagen in Hotels zu überprüfen, da kleinere Hotels in der Provinz mit Stromausfällen zu kämpfen haben. Die Hitze wirkt sich auch auf die Bearbeitung von Einwanderungsanträgen aus: In den roten Alarmzonen haben die Präfekturen die offenen Sprechzeiten für Visaverlängerungen auf den Vormittag beschränkt; Termine am Nachmittag werden automatisch neu vergeben. Arbeitgeber, die Entsandte unterstützen, sollten Kandidaten auf mögliche Verzögerungen bei der Bürokratie hinweisen und 90-tägige visafreie Aufenthalte als Zwischenlösung in Betracht ziehen. Meteorologen sagen mindestens zwei weitere Tage mit Temperaturen über 38 °C voraus, weshalb Fürsorgeteams daran erinnert werden, Hinweise zur Flüssigkeitszufuhr zu verbreiten und die Aufenthaltsorte der Reisenden in Echtzeit-Tracking-Tools zu erfassen. Experten sehen in der Hitzewelle einen realen Belastungstest für Frankreichs Klimaresilienzstrategie 2024–2026 im Bereich der kritischen Mobilitätsinfrastruktur.
Quelle: Harian Basis