
Das Einwanderungsamt von Hongkong hat bestätigt, dass die ersten „nahtlosen Kontrollspuren“ der Stadt – unter dem Namen „無感 e-道“ (Seamless e-Channel) – ab dem 25. Juni in der Abflughalle des Kontrollpunkts der Hongkong-Zhuhai-Macao-Brücke (HZMB) in Betrieb gehen. Ein letzter Funktionstest am 23. Juni zeigte, dass Reisende dank Gesichtserkennungskameras und KI-Bewegungsverfolgung zuverlässig in etwa fünf Sekunden abgefertigt werden. Berechtigt sind permanente Einwohner Hongkongs ab 11 Jahren, die in den letzten 90 Tagen mindestens zehnmal die HZMB passiert haben und sich zuvor über die Contactless e-Channel-App registriert haben. Das „Durchlaufen“-System erspart das Anhalten, das Scannen eines Ausweises oder das Vorzeigen eines QR-Codes. Kameras erfassen biometrische Gesichtsdaten, während ein zusätzlicher Sensor den Gang überprüft, um Betrug besser zu erkennen. Die Abläufe werden von Einwanderungsbeamten aus einem Kontrollraum überwacht; menschliche Kontrolleure stehen für Ausnahmen weiterhin bereit. Laut Behörden wird das Pilotprojekt zunächst etwa 5 Prozent der täglichen Abreisen an der HZMB abwickeln und bei stabilen Daten ausgeweitet. Für Geschäftsreisende bedeutet das Upgrade schnellere Tür-zu-Tür-Reisezeiten zwischen Hongkong und dem Festland. Logistikunternehmen erwarten, dass Lkw-Fahrer den Zoll zügiger passieren, was Wartezeiten und Kosten am Brücken-Frachtterminal reduziert. Firmen, die Mitarbeiter zwischen regionalen Büros im Greater Bay Area pendeln lassen, empfehlen ihren Angestellten, die App vor der Sommerreisezeit herunterzuladen. Einwanderungsexperten sehen das Pilotprojekt als Teil einer umfassenderen Technologiereform. Hongkong betreibt bereits Standard-e-Channels an allen Landgrenzen; die neue Version eliminiert den physischen Stopp und orientiert sich an Systemen wie am Flughafen Singapur-Changi und in Dubai. Bei Erfolg sollen die Seamless e-Channels bis 2027 auch am Flughafen, am Shenzhen-Bucht-Kontrollpunkt und am West Kowloon Hochgeschwindigkeitsbahnhof eingeführt werden. Praktischer Hinweis: Expats und häufige Geschäftsreisende mit Hongkonger Ausweis können sich remote anmelden, müssen aber bis zur gesetzlichen Änderung im nächsten Jahr den physischen Ausweis als Backup mitführen.
Quelle: Sing Tao / Star Headline
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