
Indische IT-Fachkräfte, die ihre H-1B-Visa zu Hause verlängern oder abstempeln lassen wollen, stehen vor einem verlorenen Jahr. VisaPics.org berichtete am 24. Juni unter Berufung auf aktualisierte Terminplan-Daten des US-Außenministeriums, dass **alle** fünf US-Konsulate in Indien für H-1B-Termine mit Interviewpflicht bis zum 31. Dezember 2026 „NA“ (nicht verfügbar) anzeigen. Notfalltermine sind zwar möglich, erfordern jedoch strenge Nachweise für Härtefälle. Brancheninsider sehen zwei Faktoren zusammenkommen: Rekordzahlen bei Visumanträgen (um strengere US-Lohnvorgaben zu umgehen) und Personalengpässe nach Kürzungen während der Pandemie. Das „Surge Saturday“-Experiment der US-Mission, das 2025 zusätzlich 250.000 B-1/B-2-Termine schuf, wurde für Arbeitsvisa nicht wiederholt. Gleichzeitig hilft das neue Pilotprogramm zur Inlandsverlängerung in Washington nur einer kleinen Gruppe, die sich bereits in den USA aufhält – die meisten indischen Fachkräfte bleiben somit gestrandet. Für indische Unternehmen bedeutet der Stopp eine Störung der Auslandseinsätze. IT-Konzerne rotieren üblicherweise 20–25 % ihres Vor-Ort-Personals jährlich; Personalverantwortliche bemühen sich nun, Ingenieure in nahegelegene Zentren in Kanada oder Polen zu verlagern. US-Arbeitgeber müssen teure „Reiseverbotsversicherungen“ in Betracht ziehen oder riskieren, dass Mitarbeiter nach Urlaubsreisen im Ausland festsitzen. Einwanderungsanwälte raten, Verlängerungsanträge frühzeitig einzureichen und Remote-Arbeitsoptionen einzuplanen. In politischen Kreisen Neu-Delhis wird die Lage aufmerksam verfolgt. Das Außenministerium hat die Visaverzögerungen bereits in zwei bilateralen Treffen angesprochen. Angesichts der bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen befürchten Unternehmen, dass die politische Kapazität zur Lösung der Personalprobleme oder zur Einrichtung temporärer Konsulatsstellen begrenzt sein wird. Einige Interessengruppen schlagen einen gebührenpflichtigen „Premium-Termin“-Service vor – eine Idee, die das Außenministerium derzeit prüft. Bis die Kapazitäten wieder steigen, müssen Fachkräfte ihre Reisen auf 2027 verschieben oder Visa-Stempel in Drittstaaten wie Singapur oder die Bahamas beantragen, obwohl auch dort die Warteschlangen länger werden. Der Vorfall zeigt, wie eine logistische Störung Tausende Kilometer entfernt die 250-Milliarden-Dollar-IT-Exportindustrie Indiens empfindlich treffen kann.
Quelle: VisaPics.org