
Einen italienischen Pass zu beantragen oder zu erneuern, erfordert bald keinen zweiten Besuch mehr am Schalter der Polizeistation. Am 25. Juni 2026 unterzeichneten Poste Italiane und das Innenministerium, Abteilung für öffentliche Sicherheit, eine Vereinbarung, die es ermöglicht, den neu ausgestellten Pass für 8,20 € per Einschreiben an jede italienische Adresse zu senden. Der Service, der seit März in Bari, Rom und Verona getestet wird, wird ab dem 27. Oktober landesweit verfügbar sein. Antragsteller können die Zustellung nach Hause wählen, wenn sie ihre biometrischen Daten in den Questura-Büros oder an den „Sportello Amico“-Schaltern von Poste erfassen lassen. Nach dem Druck wird der Pass in einem manipulationssicheren Umschlag versiegelt und über das „DoveQuando“-System von Poste nachverfolgt. Nicht zugestellte Dokumente werden 30 Tage lang in der örtlichen Postfiliale aufbewahrt. Für Arbeitgeber bedeutet die Änderung eine Entlastung: Personalabteilungen begleiten häufig Expatriates zur Passabholung, da der Inhaber persönlich erscheinen muss. Die Zustellung nach Hause kann die Vorlaufzeiten für den Einsatzstart verkürzen und Reisen zu den Questure in Provinzstädten reduzieren – ein Vorteil für Unternehmen außerhalb der großen Städte. Einwanderungsanwälte begrüßen die Neuerung, weisen jedoch darauf hin, dass eilige Pässe (innerhalb von 48 Stunden für geschäftliche Notfälle ausgestellt) vorerst weiterhin persönlich abgeholt werden müssen. Die Vereinbarung ist Teil einer umfassenderen Digitalisierungsinitiative, die bis 2027 ein vollständig online verfügbares Portal für Passverlängerungen vorsieht. Unternehmen sollten ihre Mobilitätshandbücher anpassen und die geringe Zustellgebühr einplanen.
Quelle: Piana Informa