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Roms Flughäfen erwägen vorübergehende Aussetzung des EU-Ein- und Ausreisesystems, um Sommerchaos zu vermeiden

Juni 26, 2026
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Roms Flughäfen erwägen vorübergehende Aussetzung des EU-Ein- und Ausreisesystems, um Sommerchaos zu vermeiden
Die Flughäfen Fiumicino und Ciampino in Rom, die zusammen mehr als 50 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen, könnten während der Hauptreisezeit im Sommer das neue Ein- und Ausreisesystem (EES) der Europäischen Union vorübergehend abschalten. In einem Interview vom 25. Juni 2026 warnte Marco Troncone, Geschäftsführer von Aeroporti di Roma (AdR), dass die biometrische Erfassung jedes Nicht-EU-Reisenden zu Passkontrollschlangen von „zwei bis drei Stunden“ führen könnte, sofern keine Entlastungsmaßnahmen greifen. Das EES ist seit dem 10. April 2026 an allen Schengen-Außengrenzen verpflichtend und ersetzt das manuelle Abstempeln von Pässen durch die Erfassung von Gesichtsaufnahmen und vier Fingerabdrücken bei Kurzzeitbesuchern. Grenzbeamte können das EES bereits bis zu sechs Stunden aussetzen, wenn die Wartezeiten 45 Minuten überschreiten, doch Troncone erklärte, dass Rom diese Ausnahmeregelung „häufig“ zwischen Mitte Juli und Ende August nutzen müsse. AdR drängt die italienische Regierung auf ein Notdekret, das Flughäfen längere manuelle Stempelungen erlaubt; derzeit ist eine solche landesweite Maßnahme nicht geplant, sodass die Entscheidung bei den einzelnen Grenzstellen liegt. Fluggesellschaften und Reiseveranstalter beobachten die Lage genau. Lange Grenzwartezeiten würden enge Anschlusszeiten bei Premium-Langstreckenflügen gefährden und könnten die Airlines dazu veranlassen, ihre Flugpläne zugunsten von Mailand Malpensa anzupassen, das seine EES-Erfassungszone früher fertiggestellt hat und kürzere Abfertigungszeiten meldet. Geschäftsreisende werden bereits dazu angehalten, eine zusätzliche Stunde für Umstiege in Rom einzuplanen und Anschlussflüge auf einem einzigen Ticket zu buchen, um bei verpassten Flügen leichter umgebucht werden zu können. Sollte Rom das EES teilweise aussetzen, werden die Reisedokumente zwar weiterhin gescannt, biometrische Daten müssen jedoch nicht erfasst werden. Schengen-Staaten müssen jede Aussetzung an Brüssel melden und dürfen die Ausnahmeregelung nicht über den 30. September 2026 hinaus anwenden, da das EES ab dann vor dem Start der ETIAS-Reisegenehmigung im Oktober strikt verpflichtend wird. Für multinationale Arbeitgeber ist dieser Vorfall eine frühe Erinnerung daran, dass der Übergang zu vollständig digitalen Grenzen nicht reibungslos verlaufen wird und Mobilitätspolitiken ausreichend Zeit und Budget für mögliche Engpässe vorsehen sollten.
Quelle: The Local Italy

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