
Die Staatsanwaltschaft in Arezzo hat eine zweijährige Untersuchung zu einem mutmaßlichen Betrugsfall abgeschlossen, bei dem italienische Staatsbürgerschaften für südamerikanische Antragsteller mit angeblicher Abstammung erschlichen wurden. Am 25. Juni erhielten sieben Personen – darunter der Bürgermeister von Anghiari und Gemeindemitarbeiter – die Mitteilung über den Abschluss der Ermittlungen. Ihnen wird vorgeworfen, gefälschte Meldebescheinigungen erstellt zu haben, um die Anwesenheitspflicht gemäß den jure-sanguinis-Regeln Italiens zu erfüllen. Diese Regeln erlauben Personen mit italienischen Vorfahren, ohne Wohnsitzauflagen eingebürgert zu werden. Ermittler berichten, dass ein argentinischer Vermittler Kunden bis zu 12.000 Euro für ein „Rundum-sorglos-Paket“ berechnete, das kurzfristige Unterkünfte, gefälschte Mietverträge und beschleunigte Eintragungen im Melderegister umfasste. Viele Kunden verließen Italien wenige Tage nach Erhalt des Passes wieder – ein Missbrauch, der die bereits überlasteten Konsulate in Lateinamerika verärgert. Das Innenministerium kündigte an, Compliance-Richtlinien an kommunale Ämter zu verteilen und möglicherweise stichprobenartige Nachprüfungen nach der Einbürgerung einzuführen. Für Teams im Bereich globale Mobilität ist der Fall eine Mahnung, dass Strategien zur doppelten Staatsbürgerschaft – oft genutzt, um den Zugang zum EU-Arbeitsmarkt zu erleichtern – rechtliche Risiken bergen. Berater sollten sicherstellen, dass Abstammungsnachweise in seriösen Jurisdiktionen geprüft werden und zusätzliche Zeit für Due-Diligence-Prüfungen einplanen. Sollte das Gericht Verurteilungen aussprechen, sind strengere Kontrollen und mögliche Gesetzesänderungen am Artikel 1 des Gesetzes 91/1992 zu erwarten.
Quelle: SR 71