
Das Innenministerium hat bestätigt, dass in dieser Woche auf Lampedusa der erste EU-ähnliche „Hotspot“ für Migranten eröffnet wird. Bis Ende des Sommers sollen vier weitere Zentren in Pozzallo, Porto Empedocle, Trapani und Augusta folgen. Die Einrichtungen, die gemeinsam von Frontex, Europol und der EU-Asylagentur betrieben werden, werden alle Neuankömmlinge fingerabdrücken, Asylbewerber von Wirtschaftsmigranten trennen und abgelehnte Fälle direkt in Rückführungsverfahren überführen. Rom hatte dem Hotspot-Modell im Rahmen der Verhandlungen zum EU-Pakt für Migration und Asyl zugestimmt, die Umsetzung jedoch bis zur Aktivierung des Umsiedlungsmechanismus für 40.000 Asylsuchende (24.000 aus Italien, 16.000 aus Griechenland) durch andere Mitgliedstaaten hinausgezögert. Mit Inkrafttreten dieser Rechtsgrundlage verspricht die Regierung, dass die neuen Zentren eine „ordnungsgemäße und zügige“ Bearbeitung gewährleisten und gleichzeitig die überfüllten Aufnahmezentren auf dem Festland entlasten. Geschäftsreisende sollten beachten, dass die Identifikationsmaßnahmen in der Nähe stark frequentierter Handelshäfen konzentriert werden; an Tagen mit Ausschiffungen sind Straßensperren und vorübergehende Verkehrsbeschränkungen möglich. Auch Reedereien und Kreuzfahrtveranstalter müssen mit strengeren Sicherheitskontrollen nach ISPS-Code rechnen, wenn ihre Schiffe an den Hotspot-Anlegestellen festmachen. Für Unternehmen, die nicht-EU-Mitarbeiter nach Italien entsenden, könnten die Hotspots die Zulassungsprüfungen für legitime Fälle der Familienzusammenführung per Seeweg verkürzen – allerdings wird Personen ohne gültiges Einreisevisum nach der Fingerabdrucknahme der Zugang zu regulären Aufenthaltsverfahren verwehrt. Migrationsberater empfehlen daher, dass Entsandte autorisierte Luftwege nutzen und Originaldokumente mitführen, um nicht als irreguläre Einreisende eingestuft zu werden.
Quelle: La Sicilia
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