
Italienische Reisende und die Millionen internationalen Besucher, die über Rom-Fiumicino und andere wichtige Drehkreuze einreisen, erlebten am 1. Juli erneut lange Passkontrollschlangen von mehreren Stunden. Ursache ist das neue biometrische Ein- und Ausreisesystem (EES) der Europäischen Union, das seit April in Kraft ist, nun aber mit dem Sommerreiseverkehr kollidiert. Das System verlangt von jedem Nicht-EU-Passagier bei der ersten Einreise in den Schengen-Raum die Registrierung von vier Fingerabdrücken und einem Gesichtsfoto – ein zusätzlicher Schritt, der laut Grenzpolizei 45 bis 60 Sekunden pro Reisendem hinzufügt und sich bei aufeinanderfolgenden Großraumflügen schnell summiert. Bis zum Mittag warnte Aeroporti di Roma vor Wartezeiten „von bis zu fünf Stunden“ bei einigen Langstreckenankünften. Airlines for Europe (A4E), ACI Europe und IATA haben gemeinsam einen Brief an die Europäische Kommission geschrieben und gefordert, die biometrische Erfassungspflicht bis zum Ende der Urlaubssaison auszusetzen. Sie argumentieren, dass „die Warteschlangen bereits Passagiere davon abhalten, europäische Reiseziele zu wählen, und dem Ruf der Region als verkehrstechnischer Knotenpunkt schaden.“ Griechenland hat die Fingerabdruckerfassung für britische Touristen bereits ausgesetzt; Frankreich hat den Prozess an der Fährgrenze Dover teilweise gestoppt, und Insider berichten, dass Spanien ähnliche Erleichterungen prüft, falls sich die Staus verschärfen. Das italienische Innenministerium erkennt die Belastung an, verweist jedoch darauf, dass die Personalplanung auf den Verkehrsprognosen für 2025 basiert und es „zu früh“ sei, ein von allen 27 Mitgliedstaaten vereinbartes Sicherheitssystem zu ändern. Der Betreiber von Fiumicino installiert derweil 70 zusätzliche Selbstbedienungskioske und setzt Bodenpersonal zur Passagierbetreuung ein, warnt jedoch, dass allein technische Lösungen die Engpässe an den manuellen Kontrollstellen nicht beheben können. Gewerkschaftsvertreter der Grenzpolizei berichten zudem, dass ihre Mitglieder „erschöpft“ seien und das zugesagte Überstundenbudget nicht erhalten hätten. Für Firmenreisemanager stellt die Lage ein akutes operatives Risiko dar. Verpasste Anschlussflüge haben diese Woche stark zugenommen, was Umbuchungen, Fürsorgepflicht-Maßnahmen und höhere Unterkunftskosten nach sich zieht. Experten empfehlen, mindestens vier Stunden zwischen interkontinentaler Ankunft und einem Weiterflug innerhalb des Schengen-Raums oder nationalen Flug zu planen und die Passagierdaten vorab über die Airline (API) zu übermitteln, um die manuellen Kontrollen zu beschleunigen. Die Kommission wird voraussichtlich nächste Woche offiziell reagieren, doch Insider berichten, dass eine vorübergehende Ausnahmeregelung – ähnlich der pandemiebedingten Fingerabdruck-Aussetzung – weiterhin im Gespräch ist, falls der Druck der Mitgliedstaaten zunimmt. Da die ETIAS-Reisegenehmigung weiterhin für das vierte Quartal 2026 geplant ist, gilt die Lösung der aktuellen Engpässe als entscheidend, um das Vertrauen in die nächste Generation der Grenztechnologie in Europa zu sichern.
Quelle: Quotidiano Nazionale
Wie VisaHQ helfen kann
VisaHQ vereinfacht die Visumbeantragung für Privatpersonen und Unternehmen. Prüfen Sie die aktuellen Reisebestimmungen, bereiten Sie die erforderlichen Unterlagen vor und verwalten Sie Ihren Antrag online über das VisaHQ-Portal für Italien.Mehr von Italien
Alle anzeigen
ENAV-Mitarbeiter bestätigen 24-Stunden-Streik am Flughafen Mailand-Malpensa am 5. Juli – Garantierte Zeitfenster veröffentlicht
Hitzewelle: „Roter Alarm“ für Palermo – Behörden raten Reisenden, ihre Pläne anzupassen