
Der finnische Migrationsdienst (Migri) gab am 1. Juli 2026 bekannt, dass die fünfmonatige Aussetzung der Asylentscheidungen für Antragsteller aus dem Iran aufgehoben wurde. Im Februar hatte Migri die Bearbeitung aufgrund der unsicheren Sicherheitslage in Teheran nach landesweiten Protesten vorübergehend gestoppt. Nach einer Überprüfung aktualisierter Herkunftsinformationen erklärt die Behörde, dass die Lage nun ausreichend dokumentiert ist, um die reguläre Entscheidungsfindung wieder aufzunehmen. Rund 430 anhängige iranische Anträge – viele davon von IT-Fachkräften und Studierenden, deren Aufenthaltstitel abgelaufen waren – werden nun vorrangig bearbeitet. Migri plant, den Rückstau innerhalb von acht Wochen abzuarbeiten und setzt dabei auf die ältesten Fälle. Antragsteller mit positiver Entscheidung können Flüchtlingsstatus, subsidiären Schutz oder humanitäre Aufenthaltserlaubnisse erhalten; negative Bescheide beinhalten Abschiebungsanordnungen und mögliche Wiedereinreiseverbote. Arbeitgeber, die iranische Spezialisten wegen ausstehender Asylverfahren nicht einstellen konnten, können nun Starttermine planen, wobei die Arbeitserlaubnis weiterhin von der endgültigen Aufenthaltserlaubniskategorie abhängt. Auch Universitäten erwarten Klarheit für Dutzende von Doktoranden, die sich in einer ungewissen Lage befinden und Fristen für Stipendien einhalten müssen. Für Mobilitätsteams beseitigt die Wiederaufnahme eine Unsicherheitsquelle: Rechtsvertreter sollten die Akten ihrer Klienten umgehend mit neuen Nachweisen zu persönlichem Risiko, Sprachkenntnissen oder Berufserfahrung ergänzen, da Migri keine automatische Nachforderung von Unterlagen vornimmt. Bearbeitungsgebühren und Termine für biometrische Erfassung bleiben unverändert. Migri warnt, dass bei einer erneuten Verschlechterung der Sicherheitslage im Iran weitere Pausen möglich sind; Unternehmen mit iranischen Talenten sollten daher geplante intraeuropäische Mobilitäts- oder Blue-Card-Anträge möglichst beschleunigen, solange das Zeitfenster offen ist.
Quelle: Finnish Immigration Service
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