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Fluggesellschaften fordern von Brüssel Aussetzung neuer biometrischer EES-Kontrollen an Flughäfen; Reisende in Helsinki vor fünfstündigen Wartezeiten gewarnt

Juli 3, 2026
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Fluggesellschaften fordern von Brüssel Aussetzung neuer biometrischer EES-Kontrollen an Flughäfen; Reisende in Helsinki vor fünfstündigen Wartezeiten gewarnt
Europäische Luftfahrtverbände – darunter Airlines for Europe (A4E), Airports Council International Europe (ACI Europe) und die International Air Transport Association (IATA) – haben am 2. Juli 2026 einen dringenden Brief an die Europäische Kommission geschickt. Darin fordern sie die Befugnis, das EU-Ein- und Ausreisesystem (EES) während der Monate Juli und August „vollständig auszusetzen“, wenn das Passagieraufkommen die Kapazitäten der Grenzkontrollen übersteigt.

Der Appell folgt auf Berichte über Warteschlangen von bis zu sieben Stunden in Lissabon, Mailand und Amsterdam sowie Wartezeiten von drei bis fünf Stunden am Flughafen Helsinki-Vantaa während der Nachmittags-Hauptverkehrszeiten, wenn Langstreckenflüge aus Asien mit dem europäischen Ferienverkehr zusammentreffen.

Das seit April voll einsatzfähige EES erfasst bei der Ein- und Ausreise von Nicht-EU-Reisenden Fingerabdrücke und Gesichtsbilder. Obwohl das System die Kontrollen beschleunigen soll, gestaltet sich die erstmalige biometrische Erfassung deutlich langsamer als erwartet. Finavia, Betreiber der finnischen Flughäfen, setzt bereits zusätzliches Personal ein und öffnet Überlaufspuren, bestätigt jedoch, dass die Engpässe besonders bei Erstbesuchern aus den USA und Großbritannien am stärksten sind.

Fluggesellschaften fordern von Brüssel Aussetzung neuer biometrischer EES-Kontrollen an Flughäfen; Reisende in Helsinki vor fünfstündigen Wartezeiten gewarnt


Finnair hat seine Vorabinformationen aktualisiert und empfiehlt Passagieren, mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen Helsinki zu sein. Zudem weist die Airline darauf hin, dass Anschlussflüge, die aufgrund von Grenzverzögerungen verpasst werden, möglicherweise nicht unter die EU-Entschädigungsregelungen fallen.

Für Unternehmen, die diesen Sommer Mitarbeiter nach Finnland entsenden oder dort Meetings abhalten, könnten die Verzögerungen zusätzliche Hotelübernachtungen, Umbuchungskosten und Produktivitätsverluste bedeuten. Global Mobility Manager sollten Reisende dazu anhalten, angebotene Vorab-Passkontrollen zu nutzen, Transitzeiten von mindestens 120 Minuten einzuplanen und gegebenenfalls über Nicht-Schengen-Drehkreuze wie London Heathrow zu fliegen, wo die biometrische Erfassung innerhalb der EU noch nicht gilt.

Auf politischer Ebene hat die Kommission für nächste Woche ein Krisentreffen mit den Innenministerien der Mitgliedstaaten angesetzt. Zwar gibt es eine kurzfristige Ausnahmeregelung, die es den nationalen Grenzbehörden erlaubt, die Fingerabdruckerfassung vorübergehend auszusetzen, doch die Fluggesellschaften fordern eine generelle Freistellung für die Hochsaison. Sollte diese gewährt werden, wäre es die erste großflächige Aussetzung eines EU-Digitalgrenzprogramms und könnte den Zeitplan für ETIAS, das neue Reisegenehmigungssystem ab 2027, beeinflussen.
Quelle: Euronews

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