
Ryanair warnt vor „Passkontroll-Chaos“ in der Hauptreisezeit, wenn das neue EU-Ein- und Ausreisesystem (EES) nicht ausgesetzt wird. In einem offenen Brief vom 2. Juli nennt die irische Fluggesellschaft sieben Flughäfen – Teneriffa Süd, Palma, Alicante, Málaga, Mailand Bergamo, Krakau und Paris Beauvais – an denen Fingerabdruck-Terminals bereits zu erheblichen Verzögerungen führen. Das im April vollständig eingeführte EES verlangt von Reisenden aus Nicht-Schengen-Ländern (darunter Irland und Großbritannien), bei der ersten Einreise Fingerabdrücke und ein Passfoto abzugeben, mit biometrischer Kontrolle bei jeder weiteren Reise. Bearbeitungszeiten von bis zu zwei Minuten pro Person wurden gemeldet, und Ryanair berichtet von verbalen Angriffen auf das Personal, da Familien Flüge verpassen. Die Airline, unterstützt vom Airports Council International und Airlines for Europe, fordert die Mitgliedstaaten auf, eine Notfall-Ausnahmeregelung zu aktivieren, die verpflichtende Kontrollen bis September aussetzt. Besonders betroffen sind irische Passagiere, da 70 % des Freizeitverkehrs ab Dublin, Cork und Shannon in den Schengen-Raum führen. Extra.ie rät Reisenden, früher anzureisen, Streikpläne in Frankreich, Spanien und Italien zu beobachten und Belege für Entschädigungsansprüche nach EU-Verordnung 261 aufzubewahren. Geschäftsreisende sollten längere Umsteigezeiten einplanen und darauf hinweisen, dass Fast-Track-Sicherheitskontrollen das EES nicht umgehen. Die Europäische Kommission hat für nächste Woche ein Dringlichkeitstreffen mit Airlines und Flughäfen einberufen, doch Insider berichten, dass eine Verschiebung bis Sommer 2027 nun im Raum steht. Sollte dies genehmigt werden, profitiert Irland doppelt: Es vermeidet Staus bei der Ausreise und gewinnt Zeit, um die biometrische Infrastruktur am Flughafen Dublin, die noch nicht EES-konform ist, aufzurüsten.
Quelle: The Guardian