
Die spanische Nationalpolizei hat in Alicante, Murcia und Valencia 21 Personen festgenommen, die beschuldigt werden, das Online-Buchungssystem der Regierung für Termine im Auswärtigen Amt blockiert und die begehrten Plätze anschließend an Migranten für 15 bis 30 Euro pro Termin weiterverkauft zu haben. Ermittlern zufolge nutzte die Bande automatisierte Bot-Angriffe, um die vom Ministerium für Integration und Migration freigegebenen Termin-Kontingente zu monopolisieren. Anschließend boten sie die Termine zusammen mit gefälschten Kontoauszügen, Versicherungsnachweisen und Meldebescheinigungen Drittstaatsangehörigen an, die eine Aufenthaltserlaubnis, insbesondere das beliebte Nicht-Erwerbstätigen-Visum, beantragen wollten. Bei Razzien beschlagnahmte die Polizei Computer und Hunderte gefälschter Dokumente und schätzt, dass jedes Mitglied des Netzwerks monatlich rund 9.000 Euro verdiente. Der Betrug begann 2023, nahm aber im Frühjahr stark zu, als die Nachfrage nach Terminen in den Küstenprovinzen mit großen Expat-Gemeinschaften das Angebot überstieg. Für legitime Antragsteller und Personalabteilungen, die Mitarbeiter nach Spanien versetzen, sind die Maßnahmen eine willkommene Nachricht. Im vergangenen Jahr hatten Unternehmen Schwierigkeiten, Termine für Fingerabdruckerfassung, NIE-Abholung und Kartenverlängerungen zu bekommen; viele berichteten von Projektverzögerungen oder mussten Mitarbeiter zurückfliegen lassen, wenn die 90-tägigen visafreien Aufenthalte abliefen. Durch die Bekämpfung der „Termin-Mafia“ hoffen die Behörden, den normalen Zugang wiederherzustellen und die Schwarzmarktpreise, die in Spitzenmonaten über 150 Euro pro Termin stiegen, zu senken. Die Aktion ist zudem Teil von Madrids umfassender Digital-Sicherheitsinitiative. Das Innenministerium führt CAPTCHA-Verbesserungen und Zwei-Faktor-Authentifizierung für die Cita-Previa-Plattform ein, während die regionalen Ausländerbehörden im Sommer mit zusätzlichem Personal verstärkt werden. Unternehmen sollten ihre mobilen Talente anweisen, die Terminportale täglich zu überprüfen, keine Zwischenhändler mit kostenpflichtigen Terminen zu nutzen und Nachweise über gescheiterte Buchungsversuche aufzubewahren, falls Anträge auf Kulanzfristen gestellt werden müssen.
Quelle: El Enclave
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