
Trotz Rekordtemperaturen in Südeuropa setzen die Bewohner der VAE ihre Sommerurlaube fort – allerdings mit einer neuen Strategie. Laut Aussagen von Musafir.com, Wego und Cleartrip gegenüber den Khaleej Times verzeichnen sie weiterhin starke Buchungen für die Schweiz, Frankreich und Italien. Dabei bevorzugen die Reisenden alpine Resorts, Küstenstädte und schattige Routen statt Stadtführungen im Zentrum. Branchendaten zeigen, dass neun von zehn Sommerhotelbuchungen aus den VAE ins Ausland gehen; die Malediven machen dabei ein Fünftel aller Reservierungen aus, gefolgt von Thailand, Mauritius, Kanada und Australien. Skandinavische und baltische Städte, lange Zeit von Golfreisenden vernachlässigt, liegen plötzlich im Trend, da die durchschnittlichen Höchsttemperaturen im Juli unter 25 °C bleiben. Luxusreisende und Reisebüros geben an, dass das „thermische Wohlbefinden“ inzwischen das wichtigste Kriterium bei der Zielauswahl ist – noch vor Stränden oder Shoppingmöglichkeiten. Auch Visa-Hürden beeinflussen die Nachfrage. Termine für Schengen-Visa bleiben bis Mitte August knapp, weshalb einige Familien auf visafreie Alternativen wie Georgien, Kasachstan oder Kenias E-Visum ausweichen. Cleartrip verzeichnet einen Anstieg der Buchungen für Phuket um 72 % und für Japan um 69 % – Länder, in denen VAE-Bewohner unkompliziert per E-Visum oder Visa-on-Arrival einreisen können. Für Teams, die Talente in die VAE oder durch das Land verlegen, haben diese Entwicklungen operative Folgen. Mitarbeiter, die in Europa Urlaub machen, müssen mit kurzfristigen Änderungen der Reiseroute rechnen, falls Hitze- oder Waldbrandwarnungen zunehmen. Personalverantwortliche raten, zwischen Rückkehr in die Emirate und offiziellem Arbeitsbeginn mindestens zwei freie Tage einzuplanen, um Verzögerungen abzufedern. Reiseanbieter bieten inzwischen „Kühlklima-Garantien“ mit kostenfreier Umbuchung an, falls die Höchsttemperaturen vereinbarte Grenzwerte überschreiten. Analysten gehen davon aus, dass die „Wetter-zuerst“-Mentalität Bestand haben wird. Bis 2028 werden die meisten Online-Reisebüros voraussichtlich einen Filter „Gefühlte Temperatur unter 25 °C“ neben Preis und Sternebewertung einführen – eine Entwicklung, die direkt aus den Erfahrungen des VAE-Marktes 2026 entstanden ist.
Quelle: Khaleej Times
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