
Chinas Grenzen sind so belebt wie nie zuvor. Bei einer Pressekonferenz in Peking am 13. Juli verkündete Lin Yongsheng, Sprecher der Nationalen Einwanderungsbehörde, dass zwischen Januar und Juni 369 Millionen Ein- und Ausreisen registriert wurden – ein Anstieg von 10,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit höher als der Spitzenwert vor der Pandemie im Jahr 2019. Diese Zahlen zeigen, wie schnell Geschäftsreisen sich normalisiert haben, seit China Anfang 2025 fast alle COVID-bedingten Beschränkungen aufgehoben hat. Die meisten Reisen entfielen weiterhin auf Festlandbewohner (176 Millionen), doch auch die Einreisen von Bewohnern aus Hongkong, Macao und Taiwan stiegen um 8 Prozent, was den wiederbelebten grenzüberschreitenden Handel in der Greater Bay Area widerspiegelt. Besonders wichtig für globale Mobilitätsplaner: Die Zahl der ausländischen Ankünfte stieg um 20,6 Prozent auf 45,9 Millionen, davon 17,81 Millionen (77,7 Prozent) visafrei – ein Zuwachs von 30,6 Prozent. Südkorea, Russland und Malaysia führten die Liste der Herkunftsmärkte an, gefolgt von Vietnam, Thailand, Singapur, den USA und Japan. Experten führen den Anstieg auf Chinas fortlaufende Programme einseitiger und gegenseitiger Visabefreiungsabkommen, eine größere Kapazität für Langstreckenflüge sowie die Wiederaufnahme internationaler Fachmessen zurück – von der Canton Fair in Guangzhou bis zur bald startenden Shanghai World AI Conference. Für multinationale Unternehmen bestätigen die Zahlen, dass Chinas physische Vernetzung nahezu vollständig wiederhergestellt ist. Personal- und Mobilitätsteams sollten in der zweiten Jahreshälfte mit einer höheren Nachfrage nach kurzfristigen Geschäftsvisa, innerbetrieblichen Versetzungen und Lieferantenbesuchen rechnen und sicherstellen, dass interne Reisegenehmigungssysteme schnellere Reiserouten durch visafreie Einreisen unterstützen können. Die Daten unterstreichen zudem die Bedeutung sorgfältiger Compliance: Zwar ist die Einreise einfacher, doch Chinas 24-Stunden-Hotelregistrierungspflicht und strenge Arbeitsgenehmigungsprüfungen bleiben bestehen. Einwanderungsexperten prognostizieren, dass der Anteil visafreier Ankünfte bis Jahresende 80 Prozent übersteigen wird, sofern Peking die geplanten Befreiungen mit weiteren europäischen und lateinamerikanischen Ländern abschließt – was die Vorlaufzeiten für Projekteinsätze noch weiter verkürzen könnte.
Quelle: China Daily