
Die Europäische Kommission bestätigte am 14. Juli, dass Exekutiv-Vizepräsident Raffaele Fitto als Sonderbeauftragter für Zypern fungieren wird. Seine Aufgabe ist es, die Voraussetzungen für erneute Friedensgespräche zu schaffen und das Vertrauen zwischen den beiden Gemeinschaften der Insel zu stärken. Die Kommissionssprecherin Louise Bogey erklärte gegenüber der Cyprus News Agency, dass Fitto „alle Beteiligten einbinden“ und vorläufige vertrauensbildende Maßnahmen prüfen werde. Diplomatische Quellen berichten, dass Mobilität ganz oben auf der Agenda steht: Brüssel untersucht Möglichkeiten, den Waren- und Personenverkehr entlang der von der UN überwachten Grünen Linie zu erleichtern, etwa durch gemeinsame Zollkontrollen und Technologien zur Vorabkontrolle von Reisenden – Maßnahmen, die mit Zyperns angestrebtem Schengen-Beitritt harmonieren könnten. Wirtschaftskammern auf beiden Seiten der Teilung betonen seit langem, dass eine Erleichterung der Bewegungsfreiheit auf der Insel den Handel mit Dienstleistungen ankurbeln und Synergien im Arbeitsmarkt, insbesondere im Tourismus und Bauwesen, freisetzen würde. Eine von der EU finanzierte Studie schätzt, dass eine Reduzierung der Wartezeiten an den Übergängen um 30 % den bi-kommunalen Handel jährlich um 180 Millionen Euro steigern könnte. Fittos Mandat ist zunächst auf 18 Monate angelegt und überschneidet sich mit dem erwarteten Zeitfenster für Zyperns Schengen-Entscheidung. Analysten werten die Ernennung als Signal, dass die Kommission vor einer Zustimmung zum Beitritt der Insel zur passfreien Zone messbare Fortschritte bei der Bewegungsfreiheit sehen möchte. Gelingt das Vorhaben, könnte es als Modell für konflikt-sensitive Grenzregelungen in anderen Nachbarregionen der EU dienen.
Quelle: Cyprus News Agency