
Das brasilianische Medienunternehmen „Seu Dinheiro“ bestätigte am 14. Juli 2026, dass Brüssel die Einführung des European Travel Information and Authorisation System (ETIAS) auf Anfang 2027 verschieben will. Die elektronische Reisegenehmigung – vergleichbar mit dem US-ESTA – war zuletzt für Ende 2026 geplant. Die Verzögerung resultiert aus anhaltenden technischen Problemen mit dem Entry/Exit System (EES), das die Daten für ETIAS liefert, sowie aus Kapazitätsengpässen an großen europäischen Flughäfen. Für Inhaber brasilianischer Reisepässe, die derzeit visafreie Kurzaufenthalte von bis zu 90 Tagen im Schengen-Raum genießen, bedeutet die Verschiebung, dass sie mindestens ein weiteres Jahr ohne Voranmeldung oder die 20-Euro-Gebühr reisen können. Tourismusverbände hatten bei den EU-Behörden interveniert, um während der Hochsaison 2026/27 keine zusätzlichen Hürden zu schaffen, da Europa aufgrund des schwächeren Euro mit Rekordbesucherzahlen rechnet. Geschäftsreisende sollten ihre Hinweise aktualisieren, die bisher empfohlen hatten, für die ETIAS-Genehmigung in diesem Kalenderjahr mehr Zeit und Geld einzuplanen. Die Verschiebung verschafft auch den Personalabteilungen mehr Zeit, ihre Fürsorgepflichten anzupassen: Die meisten Arbeitgeber hatten geplant, die ETIAS-Genehmigung zur Voraussetzung für Flugbuchungen zu machen. Mit der verlängerten Übergangszeit können Unternehmen interne Compliance-Dashboards testen, statt eine vollständige Einführung zu erzwingen. Die Europäische Kommission betont jedoch, dass das System „spätestens im zweiten Quartal 2027“ starten wird und warnt, dass die Bearbeitungszeit für Anträge, deren Daten eine sekundäre Sicherheitsprüfung auslösen, von Minuten auf mehrere Tage ansteigen kann. Mobilitätsabteilungen sollten daher die ETIAS-Vorbereitung weiterhin in ihre Projektpläne für 2026/27 aufnehmen und Vielreisende daran erinnern, dass ein gültiger Reisepass mit mindestens drei Monaten Gültigkeit über das Rückreisedatum hinaus weiterhin Pflicht ist.
Quelle: Seu Dinheiro