
Ein US-Bundesrichter in Washington, DC, erließ in den frühen Morgenstunden des 15. Juli 2026 eine einstweilige Verfügung, die der Trump-Administration untersagt, eine Visabeschränkungspolitik durchzusetzen, die sich gegen ausländische Forscher richtete, die Online-Desinformation und Hassrede untersuchen. Die Coalition for Independent Technology Research, deren Mitglieder unter anderem Wissenschaftler der brasilianischen Fundação Getulio Vargas (FGV) und der Universität São Paulo sind, argumentierte, dass die Politik die akademische Freiheit einschränke und laufende Feldforschungen im Silicon Valley gefährde. Chefrichter James Boasberg entschied, dass die vom Außenminister Marco Rubio im Mai angekündigten Kriterien des Außenministeriums wahrscheinlich gegen den First Amendment zum Schutz der Meinungsfreiheit verstoßen, da sie die Visavergabe von der politischen Haltung abhängig machen. Nach der nun ausgesetzten Richtlinie konnten Konsularbeamte Visa verweigern oder widerrufen, wenn Antragsteller als „mitschuldig an Online-Zensur“ eingestuft wurden – eine Definition, die Kritiker als so weit gefasst ansehen, dass sie auch Faktenprüfer und Wissenschaftler im Bereich Inhaltsmoderation erfassen könnte. Die Verfügung ist eine große Erleichterung für brasilianische Think-Tanks und Technologieunternehmen, die regelmäßig Datenwissenschaftler für kurzfristige Forschungsaufenthalte oder H-1B-Transfers in die USA entsenden. Mehrere multinationale Unternehmen teilten Global Mobility News mit, dass sie Juli-Einsätze pausiert hätten, aus Angst, Mitarbeiter könnten bei sekundären Kontrollen aufgehalten werden. Mit der gerichtlichen Anordnung kann die Reise nun wieder aufgenommen werden, während das Verfahren weiterläuft. Mobilitätsteams wird jedoch geraten, eine Kopie des Urteils in die Reisedokumente aufzunehmen und weitere Ankündigungen der US-Konsulate in Brasília, São Paulo und Rio zu beobachten. Rechtsexperten warnen, dass die Regierung Berufung einlegen könnte, was vor Beginn des US-Akademikjahres erneut Unsicherheit schaffen würde. Brasilianische Universitäten, die mit US-Laboren kooperieren, sollten daher Visaanträge zügig stellen und Notfallpläne wie Remote-Kollaborationszentren in Mexiko-Stadt oder Toronto in Betracht ziehen.
Quelle: Arab News / Reuters