
Bei einer der größten Entzug-Aktionen der Staatsbürgerschaft an einem einzigen Tag in jüngerer Zeit hat das US-Justizministerium (DOJ) zivilrechtliche Klagen eingereicht, um die Staatsbürgerschaft von zehn eingebürgerten Amerikanern zu widerrufen, die wegen schwerer Straftaten verurteilt wurden – von sexuellem Kindesmissbrauch über Kokainhandel bis hin zu umfangreichem Medicare-Betrug. Die Klagen, die in neun Bundesbezirken eingereicht wurden, werfen jedem Einzelnen vor, die Einbürgerung durch Verschweigen von Verhaftungen, Aliasnamen oder früherem rechtswidrigem Verhalten erschlichen zu haben. Der amtierende Generalstaatsanwalt Todd Blanche bezeichnete die Maßnahme als Teil der „größten Entzug-Offensive aller Zeiten“ und deutete an, dass das DOJ weitere Fälle verfolgen werde. Das Einwanderungs- und Staatsangehörigkeitsgesetz erlaubt den Widerruf der Staatsbürgerschaft, wenn diese „illegal erlangt“ oder durch wesentliche Falschangaben erschlichen wurde. Obwohl Entziehungen weiterhin selten sind – im Durchschnitt weniger als 60 Fälle pro Jahr – hat die Trump-Administration die 2025 eingerichtete interbehördliche Taskforce ausgeweitet, die problematische Fälle durch verbesserte Fingerabdruck- und Datenabgleiche identifiziert. Fachanwälte für Einwanderungsrecht betonen, dass legitime Einbürgerungsbewerber kaum betroffen sein dürften; die Ankündigungen könnten jedoch die Prüfung bei N-400-Interviews verschärfen, insbesondere bei Bewerbern, die zuvor wegen geringfügiger Delikte schuldig gesprochen wurden, was die „gute moralische Charaktereigenschaft“ infrage stellen könnte. Arbeitgeber mit langjährigen ausländischen Führungskräften sollten eine sorgfältige Dokumentation sicherstellen, falls Fragen zu früheren Angaben aufkommen. Kritiker werfen dem DOJ vor, den Entzug der Staatsbürgerschaft als politisches Instrument zu missbrauchen, da mehrere Straftaten der Angeklagten mehr als ein Jahrzehnt vor der Einbürgerung liegen. Bürgerrechtsgruppen befürchten eine abschreckende Wirkung, die rechtmäßige Einwohner von der Beantragung der Staatsbürgerschaft abhalten könnte. Die Regierung entgegnet, dass jeder Fall vorsätzlichen Betrug beinhaltet und der Widerruf von anschließenden Abschiebungsverfahren durch Immigration and Customs Enforcement begleitet wird. Praktischer Hinweis: Eingebürgerte Mitarbeiter, bei denen Hintergrundprüfungen versiegelte oder aufgehobene Verurteilungen offenbarten, sollten vor Auslandsreisen rechtlichen Rat einholen, da ein entzogenes Reisedokument oder Einbürgerungszertifikat sofortige Wiedereinreiseprobleme verursachen kann. Unternehmen sollten ihre Compliance-Handbücher aktualisieren und den Entzug der Staatsbürgerschaft als potenzielles Risiko für die Belegschaft berücksichtigen.
Quelle: U.S. Department of Justice