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Betrug mit digitalen Zertifikaten verdeutlicht Spaniens chronische Probleme bei Terminen für Einwanderer

Juli 21, 2026
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Betrug mit digitalen Zertifikaten verdeutlicht Spaniens chronische Probleme bei Terminen für Einwanderer
Ein am 20. Juli veröffentlichter juristischer Kommentar rückt eine neue – und riskante – Umgehungsmethode für Spaniens berüchtigten Mangel an Terminen im Bereich Einwanderung in den Fokus. Laut M. Eugenia Blasco Rodellar von AGM Abogados werden verzweifelte Antragsteller von unregulierten Vermittlern aufgefordert, ihre persönlichen digitalen Zertifikate im Austausch für einen Termin bei der Ausländerbehörde oder der Polizei herauszugeben. Diese Zertifikate, ausgestellt von der spanischen Fábrica Nacional de Moneda y Timbre, ermöglichen eine vollständige elektronische Identifikation und das Unterzeichnen offizieller Dokumente. Die Kontrolle darüber zu verlieren, bedeutet, einem Fremden eine Online-Vollmacht zu erteilen. Das Nationale Cyber-Sicherheitsinstitut warnt, dass gestohlene Zertifikate bereits genutzt wurden, um Steuerdaten, Sozialversicherungshistorien und sogar Arbeitslosengeld im Namen der Opfer zu beantragen. Für Arbeitgeber, die ausländische Fachkräfte nach Spanien holen, ist diese Entwicklung alarmierend. Mitarbeiter, die ihre Zertifikate herausgeben, könnten unwissentlich Gehaltsdaten, Krankenversicherungsinformationen und Firmenverträge, die in staatlichen Portalen gespeichert sind, offenlegen. Personal- und Mobilitätsteams sollten ihre Onboarding-Prozesse aktualisieren: Keine seriöse Verwaltungsstelle oder Anwaltskanzlei wird jemals die Original-.pfx-Datei oder den privaten Schlüssel verlangen; höchstens begleiten sie den Mitarbeiter bei einer Proxy-Signatur. Der Artikel fordert zudem die Verwaltung auf, die Ursache des Problems anzugehen: die Unmöglichkeit, Termine für Fingerabdrücke oder die Erneuerung von Aufenthaltstiteln zu bekommen. Vorgeschlagen wird unter anderem, bei Genehmigung eines Antrags automatisch einen Termin zu vergeben und strengere Kontrollen gegen Bots einzuführen, die Termine horten. Bis systemische Lösungen umgesetzt sind, sollten Unternehmen Erneuerungen mindestens vier Monate im Voraus planen und regionale Büros mit kürzeren Warteschlangen in Betracht ziehen. Blascos Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Hauptbüro der Ausländerbehörde in Madrid erst Ende Oktober verfügbare biometrische Termine anzeigt, während der Online-Kalender in Barcelona leer bleibt. Der Markt für illegale Termine – der Berichten zufolge inzwischen 300 Euro pro Slot wert ist – wird ohne eine deutliche Ausweitung der Verwaltungskapazitäten kaum verschwinden.
Quelle: Cinco Días

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