
Belgiens Ministerin für Asyl und Migration, Anneleen Van Bossuyt (N-VA), hat die Schließung von weiteren 700 Aufnahmeplätzen für alleinstehende männliche Asylsuchende in Brüssel angeordnet – zusätzlich zu den 300 Plätzen, die sie Ende Juni gestrichen hatte. Damit wird das „Brussels Deal“ aus dem Jahr 2022, bei dem die Bundesregierung 2.000 Betten in der Hauptstadt finanziert und im Gegenzug regionale Unterstützung erhält, faktisch halbiert. Van Bossuyt argumentiert, die Warteliste für Unterkünfte sei auf etwa 1.000 Männer gesunken, von denen viele derzeit bei Verwandten unterkommen, und die Bezahlung ungenutzter Kapazitäten sei „eine unverantwortliche Verschwendung von Steuergeldern“. Die Brüsseler Regionalminister warnen jedoch vor einer drohenden sozialen Krise: Jedes Bett sei weiterhin belegt, und die Obdachlosenheime seien bereits überlastet. Die Kürzungen sind Teil der Koalitionsstrategie, die Migrationspolitik nach Jahren der Kapazitätsengpässe und wiederholten Gerichtsentscheidungen gegen den belgischen Staat wegen unzureichender Unterbringung zu verschärfen. Van Bossuyt strebt langfristig eine vollständige Abschaffung des Brussels Deal an und will die Aufnahme ausschließlich über das föderale Fedasil-Netzwerk steuern. Für Arbeitgeber könnte die Entscheidung indirekte Folgen haben: Anhaltende Obdachlosigkeit und rechtliche Auseinandersetzungen verzögern oft Asylverfahren und die Umwandlung von Arbeitserlaubnissen für Bewerber, die schließlich den Flüchtlingsstatus erhalten. NGOs befürchten zudem einen Imageschaden für Belgien, gerade jetzt, da die EU ihren Pakt für Migration und Asyl finalisiert. Unternehmen mit CSR-Verpflichtungen oder Mitarbeitenden, die sich ehrenamtlich in der Rechtsberatung engagieren, sollten die Lage genau beobachten; weitere Kürzungen könnten Proteste und Störungen bei wichtigen Verwaltungsstellen in der Hauptstadt auslösen.
Quelle: The Brussels Times