
Die berühmte Schluchtwanderung Caminito del Rey in Málaga – ein fester Bestandteil vieler Firmenanreizreisen und Wochenendpläne von Expats – ist am 23. und 24. Juli für die Öffentlichkeit gesperrt. Grund sind die prognostizierten Höchsttemperaturen von 44 °C im Guadalhorce-Tal, wie der regionale Notdienst mitteilte. Ticketinhaber können einen Ersatztermin wählen oder eine Rückerstattung erhalten. Die Entscheidung folgt auf eine Hitzewarnung der Stufe Orange von AEMET und dem andalusischen Zivilschutz, die darauf hinweisen, dass die steilen Schluchtwände die Strahlungswärme verstärken und entlang der 7,7 Kilometer langen Strecke kaum Schatten bieten. Im vergangenen Sommer wurden bei kürzeren Sperrungen acht Fälle von Hitzschlag dokumentiert; in diesem Jahr reagierten die Betreiber vorsorglich und berufen sich auf ihre Fürsorgepflicht gemäß der spanischen Arbeitsschutz- und Sicherheitsvorschriften für öffentliche Einrichtungen. Die Schließung betrifft täglich rund 4.000 Besucher – viele davon ausländische Touristen auf Tagesausflügen von der Costa del Sol sowie Geschäftsreisende, die Meetings im Málaga TechPark mit Freizeit am Wochenende verbinden. Hoteliers vor Ort schätzen einen Einnahmeverlust von etwa 300.000 Euro pro Tag durch entgangene Zusatzleistungen wie Transfers, Mahlzeiten und Führungen. Reiseveranstalter bemühen sich, mit Bootsfahrten entlang der Küste oder schattigen Besuchen in Weinkellern im Inland Ersatzprogramme anzubieten, doch die Buskapazitäten sind wegen der gleichzeitig anlaufenden Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Málaga knapp. Für Manager im Bereich globale Mobilität verdeutlicht der Vorfall die zunehmenden operativen Herausforderungen durch extreme Hitze für Spaniens Tourismusinfrastruktur. Arbeitgeber, die im Juli oder August Outdoor-Teambuilding-Events planen, sollten ihre Notfallklauseln prüfen und Hitzeschutzbriefings in Betracht ziehen. Reiseversicherungen, die wetterbedingte Schließungen als höhere Gewalt einstufen, erstatten nicht immer automatisch Transportkosten – Reisende sollten daher vor Buchung die Versicherungsbedingungen genau prüfen. Die Junta de Andalucía überprüft derzeit Protokolle, die automatische Schließungen bei Überschreiten der Orange-Warnstufe vorschreiben könnten. Sollte diese Regelung eingeführt werden, würde sie für mehr Klarheit sorgen, könnte aber auch kurzfristige Störungen in einem immer heißeren Mittelmeer-Sommer verursachen.
Quelle: Cadena SER – Málaga
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