
Der internationale Flughafen Hongkong (HKIA) erhöhte am 25. Juli um 17:30 Uhr Ortszeit seine Wetterwarnstufe auf das höchste Niveau, da sich Taifun Noul bis auf 250 km an die Insel Lantau näherte. Die Flughafenbehörde kündigte die Einstellung der Außenrampenarbeiten an, was zu einer Kettenreaktion von Flugausfällen führte: 157 Passagierflüge und acht Frachtflüge, die für Samstag und Sonntag geplant waren, wurden gestrichen. Im Rahmen des „Typhoon Deck“-Plans – eingeführt nach Taifun Mangkhut 2018 – verlagern die Bodenabfertigungsteams empfindliche Ausrüstung in mehrstöckige Parkhäuser und sichern die Passagierbrücken mit Sturmschlössern. Nur ein Minimalpersonal bleibt im Bereich der Start- und Landebahnen, und Großraumflugzeuge werden entweder zu abgelegenen Parkpositionen geschleppt oder nach Macau bzw. Manila verlegt, um Sturmschäden zu minimieren. Cathay Pacific, Singapore Airlines und Emirates gehörten zu den Fluggesellschaften, die „No-Show“-Kulanzregelungen einführten und kostenlose Umbuchungen ermöglichten. Der Terminal für Privatjets HKBAC schloss seine Vorfeldfläche am Samstag um 20:00 Uhr; Betreiber leiteten Geschäftsflüge nach Guangzhou Baiyun um. Die Flughafenbehörde warnte, dass es 24 bis 36 Stunden dauern kann, bis der Flugbetrieb nach der Herabstufung der tropischen Zyklonwarnung unter Signal Nr. 8 durch das Hongkonger Observatorium wieder vollständig aufgenommen wird. Für Verkehrsplaner bedeutet dies vor allem den Wegfall von HKIA als regionales Drehkreuz. Reisende in Festlandstädte sollten nach Wiederaufnahme der Flüge alternative Routen über Peking, Chengdu oder Taipeh in Betracht ziehen. Frachtkunden – insbesondere aus den Bereichen Mode und Elektronik – stehen vor engen Umbuchungsfenstern aufgrund der ohnehin hohen Auslastung im Sommer; Spediteure empfehlen eine frühzeitige Verladung per Schiff oder Lkw nach Shenzhen zur Weiterbeförderung auf Festlandsfrachtflieger. Notfallübungen am Flughafen legen den Fokus auf eine schnelle Wiederaufnahme der Passkontrolle und Gesundheitsquarantäne, doch Arbeitgeber sollten am 26. und 27. Juli mit längeren Wartezeiten bei der Einreise rechnen. Für zeitkritische Mitarbeiter wird empfohlen, wenn möglich Fast-Track- oder VIP-Immigrationsdienste zu organisieren.
Quelle: Airport Authority Hong Kong